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Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, auf dass jeder, der auf ihn vertraut, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
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Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.

(Johannesevangelium 3,16; Apostelgeschichte 8,37)



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Herzlich willkommen auf anglikaner.net, dem Informationsportal zur anglikanischen Welt im deutschsprachigen Raum!

Diese Seite stellt Informationen über anglikanische Kirchen und Gemeinden in Deutschland, der Schweiz und Österreich zusammen. Neben den englischsprachigen Auslandsgemeinden der Kirche von England entstehen in Deutschland derzeit auch deutschsprachige anglikanische Gemeinden: im Rahmen der vor Kurzem gegründeten deutschen Missionsdiözese der Reformierten Episkopalkirche, die zur weltweiten Gemeinschaft bekennender Anglikaner (FCA/GAFCON) zählt. Wenn Sie mehr zum Hintergrund und der Vision dieser Kirche erfahren möchten, sei Ihnen der Artikel „Warum anglikanisch?” auf dieser Seite empfohlen. Auf dieser Seite finden Sie zudem eine Übersicht über deutschsprachige anglikanische Gemeinden und Gemeindegründungsprojekte, ebenso wie Links zu anglikanischen Ressourcensammlungen.

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Kirche gesucht: rechtgläubig und ökumenisch gesinnt – oder: Warum sind wir anglikanisch?

Gegenwärtig verlaufen die maßgeblichen theologischen Fronten quer durch nahezu alle Kirchen und Freikirchen. Eineinhalb- bis zwei Jahrtausende alte Häresien hinsichtlich Schriftverständnis (z.B. die Verwerfung großer Teile der Heiligen Schrift — Marcionismus), Dreieinigkeit (z.B. die Leugnung der Göttlichkeit Christi — Arianismus) oder Christologie (z.B. die Trennung von Christus und Jesus — Nestorianismus) tauchen als theologische „Innovationen” aus dem Abgrund plötzlich wieder auf. Begünstigt wird dies durch eine unheilvolle Mischung aus geistlich-theologischer Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit vieler Christen (den Verfasser durchaus nicht ausgenommen), postmoderner Ablehnung jeder Wahrheitsfrage, erkenntnistheoretisch unreflektiertem Rationalismus (auch an theologischen Fakultäten) und wieder aufflammendem militant-dogmatischem Atheismus in unseren Tagen.

Um so dringlicher wäre es, dass bekennende Christen verschiedener Konfessionen bzw. Denominationen heute näher zusammenrückten, um vor der Welt den Glauben, der ein für alle Mal den Heiligen überliefert worden ist (Judasbrief 3) zu bezeugen, auch wenn es noch keine befriedigende kirchenrechtliche Lösung für diese neue Einheit bekennender Christen gibt. (Siehe dazu auch den Beitrag von Prof. Dr. Hubert Windisch auf kath.net, zugleich: idea Spektrum Nr. 1/2011, S. 18.) Nötig wären christliche Kirchen, die (1) sich an die Heilige Schrift in ihrem historisch-grammatischen Sinn und an ein hinreichend klares eigenes Bekenntnis gebunden wissen und daher (2) zu den Kerninhalten christlicher Lehre — besonders in den derzeit unter Beschuss stehenden Feldern: Schriftverständnis und Christologie sowie eigentliche Theologie (Lehre von Gott als Heilige Dreifaltigkeit) — kompromisslos Zeugnis geben können und (3) in einen fruchtbaren (die Wahrheitsfrage nicht ausklammernden!) dogmatisch-theologischen Dialog mit bekennenden Christen anderer Konfessionen eintreten können. Gerade unter theologisch konservativen Christen fehlt allerdings allzu oft die Bereitschaft, in sichtbarer (wenn auch nicht notwendigerweise sakramentaler) Gemeinschaft mit gläubigen Christen aus anderen Konfessionen Jesus Christus als Sohn Gottes und Retter aus Sünde und ewigem Tod zu bekennen. Mit einer solchen Isolation verbunden ist das Vorenthalten geistlicher Gaben gegenüber den getrennten Brüdern und Schwestern im Glauben; dieses jedoch schwächt den Leib Christi, der ja aus vielen verschiedenen Gliedern mit ihren jeweiligen besonderen Gaben besteht. Mit einem Bild des Apostels Paulus gesprochen: Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. (1. Korintherbrief 12,21).

Rechtgläubige anglikanische Kirchen hingegen zeichnen sich nicht nur durch Treue zur Heiligen Schrift und ein klares, am überlieferten Glauben der Alten Kirche festhaltendes, Bekenntnis aus (welches sich auch in einem entsprechend würdevollen Gottesdienst niederschlägt). Sie stehen zudem für eine im besten Sinne (bekenntnis-) ökumenische Gesinnung. Der Grund hierfür besteht darin, dass die traditionelle anglikanische Theologie viel Wert darauf legt, zugleich katholisch (wenn auch nicht römisch) und evangelisch zu sein: Anglikaner sind darauf bedacht, die geistlichen Schätze der frühen Kirche zu bewahren, ohne dabei die Wiederentdeckung von Paulus und Augustinus seitens der Reformatoren zu vergessen. Mit vielen Christen aus verschiedensten Traditionen verbinden uns vier wesentliche Gemeinsamkeiten (das „Lambeth-Viereck”): Grundlegend für unsere Lehre und unser Handeln ist die göttlich inspirierte Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments; sichtbare, zeichenhafte Worte Gottes (Sakramente) sind für uns Taufe und Abendmahl, die Jesus Christus selbst eingesetzt hat; mit Christen aller Konfessionen teilen wir das Apostolische Glaubensbekennntnis und das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel; und unsere Kirchenverfassung gründet sich auf das historische Bischofsamt (apostolische Sukzession). Unsere Lehre ist verbindlich in unserem Bekenntnis, den 39 Artikeln der Kirche von England (samt biblischer und kirchengeschichtlicher Begründung) aus der Reformationszeit, dargelegt. Unsere Gottesdienste sind liturgisch und orientieren sich am Allgemeinen Gebetbuch der Kirche von England. (Der bekenntnisökumenische Charakter der anglikanischen Identität lässt sich mit der Theologischen Erklärung der Anglikanischen Kirche in Nordamerika von 2009 folgendermaßen zugespitzt ausdrücken: „To be an Anglican, then, is not to embrace a distinct version of Christianity, but a distinct way of being a ‘Mere Christian’ [C.S. Lewis], at the same time evangelical, apostolic, catholic, reformed, and Spirit-filled.)

Vor diesem Hintergrund ist die Herausbildung eines glaubenstreuen, traditionverbundenen anglikanischen Kirchenbunds eine der begrüßenswerten Konsequenzen der langsamen Spaltung der weltweiten anglikanischen Kirchengemeinschaft — in einen bekennenden und einen revisionistischen (angeblich „inklusiven”) Flügel —, welche sich nun immer klarer abzeichnet. Da diese schmerzhafte, aber um der Wahrheit willen notwendige, Scheidung in Nordamerika am Weitesten fortgeschritten ist, ist dort auch zuerst eine bekennende (kompromisslos rechtgläubige, nicht sektiererische) anglikanische Kirche entstanden: die Anglikanische Kirche in Nordamerika (ACNA), welche sich von der revisionistisch dominierten Mehrheitskirche, der Episkopalkirche der USA (TEC, vormals ECUSA) abgespalten hat. In den Vereinigten Staaten wird mittlerweile offen zwischen Anglikanern und „Episkopalianern” unterschieden.

Eine der Gliedkirchen der Anglikanischen Kirche in Nordamerika, die Reformierte Episkopalkirche, unterstützt derzeit den Aufbau einer glaubenstreuen (an Schrift und Bekenntnis gebundenen) anglikanischen Kirche in Deutschland, der Reformierten Episkopalkirche in Deutschland. Durch die weltweite Gemeinschaft bekennender Anglikaner (FCA/GAFCON), welcher auch die Anglikanische Kirche in Nordamerika angehört, steht die Reformierte Episkopalkirche in voller Kanzel- und Sakramentengemeinschaft mit der Mehrheit der anglikanischen Christinnen und Christen weltweit.

Ob auch die Kirche von England, immerhin die historische Heimat des Anglikanismus, sich der großen Zahl von bekennenden Anglikanern aus Afrika, Australien, dem Nahen Osten, Nordamerika, Südamerika, und Südostasien anschließen wird, ist auch nach der Wahl des moderat-evangelikalen Bischofs Justin Welby zum neuen Erzbischof von Canterbury leider noch nicht absehbar. Zumindest in Deutschland bestehen enge Verbindungen zur revisionistisch dominierten Episkopalkirche der USA, die in der „Anglikanischen Arbeitsgemeinschaft” ihren institutionellen Ausdruck finden. (Davon ganz abgesehen, hat sich die Kirche von England aus Rücksichtnahme auf die Utrechter Union Altkatholischer Kirchen ohnehin die Selbstbeschränkung auferlegt, keine Gemeindeveranstaltungen in deutscher Sprache anzubieten — daher wird unsere Kirche auch nicht in direkte Konkurrenz zur Kirche von England treten.)

Wenn Sie einen Gottesdienst in einer deutschsprachigen anglikanischen Gemeinde besuchen und bekennenden anglikanischen Christen begegnen möchten, sind Sie herzlich eingeladen, einen Gottesdienst der Reformierten Episkopalkirche in Deutschland zu besuchen. Auf dieser Seite finden Sie die aktuellsten Informationen über anglikanische Gemeinden und Gemeindegründungsprojekte im deutschsprachigen Raum. Des Weiteren werden auf dieser Seite auch elektronische Ressourcen über anglikanische Theologie, Liturgie und Kirchenverfassung gesammelt und verlinkt.

Wir würden uns sehr freuen, Sie bald in einer der hier angegebenen Gemeinden begrüßen zu dürfen oder von Ihnen eine E-Mail zu erhalten (kontakt@anglikaner.net). Wenn Sie zu Jesus Christus noch keine persönliche Beziehung haben oder nicht (mehr) genau wissen, warum das Evangelium eine frohe Botschaft ist, sei Ihnen ein Besuch auf der Seite jesus.de empfohlen.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
(Anglikanischer Laiensegen; nach 2. Korintherbrief 13,13)

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Gemeinden und Gründungsarbeiten

Reformierte Episkopalkirche in Deutschland

Deutschsprachige anglikanische Gemeinden oder Gemeindegründungsprojekte bestehen derzeit in:

Hierbei handelt es sich um Gemeinden oder Gemeindegründungprojekte der theologisch konservativen Reformierten Episkopalkirche in Deutschland (REK), einer Missionsdiözese der Anglikanischen Kirche in Nordamerika (ACNA).

Kleinere Gruppen von Gemeindegliedern und Freunden der Reformierten Episkopalkirche gibt es darüber hinaus auch in:

  • Bielefeld
  • Bremerhaven
  • Düsseldorf
  • Köln

Falls Sie sich die Gründung einer anglikanischen Gemeinde an Ihrem Wohnort wünschen oder Kontakt mit bekennenden anglikanischen Christen in Ihrer Nähe suchen, können Sie uns gern formlos anschreiben: kontakt@anglikaner.net — wir freuen uns, von Ihnen zu hören, und setzen Sie ggf. mit Gleichgesinnten in Verbindung.

Kirche von England

Auch innerhalb der kontinentaleuropäischen Diözese der Kirche von England gibt es zwei konservativ-evangelikale Gemeinden in Deutschland, nämlich Leipzig English Church und Christ Church Düsseldorf, welche jedoch grundsätzlich keine eigenen deutschsprachigen Veranstaltungen anbieten. Leipzig English Church hat die „Anglikanische Arbeitsgemeinschaft” aufgrund schwerer lehrmäßiger Differenzen mit der „inklusiven” Mehrheit der Episkopalkirche der USA verlassen.

In der Schweiz bestehen mehrere (ausschließlich englischsprachige) Gemeinden der Kirche von England, zusammengefasst im Schweizer Erzdiakonat. In Österreich ist die anglikanische Kirchengemeinschaft durch Christ Church Vienna vertreten.

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Aktuelle Informationen und Artikel

Anglikanischer Advent 2014 am Nordrhein
Liturgische Arbeit der deutschen anglikanischen Kirche
Besuch aus „Übersee”: Traditionsverbundene Anglikaner aus Deutschland und Lateinamerika bei der Free Church of England
Folgerichtig und doch hochriskant: Kirche von England führt Bischöfinnen ein
Gemeinschaft der Getauften, eucharistische Gemeinde und Hausgemeinschaft Gottes (Tagungsbericht)
Gemeinsame Neuevangelisierung: Anglikaner unterschiedlicher Jurisdiktion am Nordrhein
Einheit in der Wahrheit: Die 2. Weltweite Konferenz zur Zukunft des Anglikanismus (GAFCON 2013)
Hoher Besuch aus Nordamerika: Bald konservatives Bonn Agreement?
Nachfolger der Apostel: Die bischöfliche Sukzession

Anglikanischer Advent 2014 am Nordrhein

Im vergangenen Kirchenjahr wurden am (bevölkerungsreichen) Nordrhein gleich zwei anglikanische Gemeindegründungsarbeiten begonnen. Die Düsseldorfer Pfarrei der englischen Staatskirche, Christ Church Düsseldorf, feiert seit Dezember 2013 einmal im Monat ein englischsprachiges Abendlob in der Essener Marktkirche. Der Beginn dieser neuen Missionsarbeit wurde maßgeblich unterstützt durch einen Geistlichen der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland). Zum ersten Advents-Gottesdienst (Carol Service) in Essen am 2. Adventssonntag (8. Dezember) 2013 kamen 120 Menschen (anglikaner.net berichtete), und auch der diesjährige Carol Service war gut besucht.

Die Reformierte Episkopalkirche ihrerseits unterhält seit Mai 2014 die zweisprachige Anglikanische Apostel-Thomas-Mission in Neuss, die auch von einigen der zahlreichen am Niederrhein ansässigen britischen Staatsbürger (von denen viele einst mit der britischen Armee nach Deutschland gekommen sind), besucht wird. In Neuss finden jeden Monat in der Regel zwei bis drei Eucharistiefeiern (davon ein bis zwei in englischer und eine in deutscher Sprache) statt.

Bisherige Höhepunkte der Neusser Mission waren zunächst der feierliche erste Gottesdienst unter Leitung von Bischof Gerhard Meyer am Sonntag Jubilate (10. Mai) in der Kapelle des Pflegeheims Herz Jesu. Die Predigt hielt Pastor Ulrich Springer; musikalisch bereichert wurde diese Eucharistiefeier durch den Chor der örtlichen Caritas. Zudem feierte die Anglikanische Apostel-Thomas-Mission am 4. Adventssonntag 2014 (dieses Jahr zugleich der anglikanische Heiligengedenktag des Apostels Thomas, also „Patronatsfest”) einen Advents-Gottesdienst (Carol Service) in der evangelischen Christuskirche, zu welchem mehr als 80 Besucher erschienen. Guido Harzen spielte die Orgel, und der altlutherische Kirchenmusiker und Pfarrer Dr. Winfried Küttner sang einen Psalm nach der klassischen Psalmodie der englischen Kirche (siehe Videomitschnitt). Die Anglikanische Apostel-Thomas-Mission wird geleitet von Reverend James D. Crofts.


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Liturgische Arbeit der deutschen anglikanischen Kirche. Ein Zwischenbericht

Im März 2014, wenige Tage vor Palmsonntag und dem Beginn der Heiligen Woche, hat die Reformierte Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) eine zeitgemäße deutsche Übersetzung des anglikanischen Allgemeinen Gebetbuchs (Book of Common Prayer) in der Fassung von 1662 sowie ausgewählte Liturgien aus dem Buch von 1928 veröffentlicht. Im Bistumsrat der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) werden nun zwei neue agendarische Vorhaben verfolgt. Zuvörderst handelt es sich dabei um die Herausgabe einer deutschen Übersetzung des ersten Book of Common Prayer von 1549 in deutscher Sprache (Vorbestellungen hier möglich). Dieses trägt noch reformkatholische Züge und stammt aus der Frühzeit der englischen Reformation, mutmaßlich von Erzbischof Thomas Cranmer. Im Gegensatz zu dem eher zwinglianisch-calvinischen Allgemeinen Gebetbuch von 1552, welches einen gewissen Einfluss auch auf die späteren Fassungen (besonders von 1559, aber auch von 1662) genommen hat, ist es noch ohne direkte Beteiligung kontinentaleuropäischer Reformatoren entstanden. Ferner sollen längerfristig auch ausgewählte Gebete und Liturgien aus dem Book of Occasional Services der nordamerikanischen Reformierten Episkopalkirche, welches zum Teil auf dem Book of Offices der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von 1949 basiert, übersetzt werden.

In diesem Zusammenhang könnte auch die Ergänzung weiterer liturgischer Formulare erwogen werden, etwa Segensgebete für bisher noch nicht explizit berücksichtige liturgische Gegenstände in Kirchen, Hauskapellen — oder auch Gebetsnischen in den Wohnhäusern der Gläubigen. Im Bereich der byzantinischen Orthodoxie sind so genannte „heilige Ecken”, die durch ihre Gestaltung besonders zum Gebet einladen, in vielen Haushalten zu finden. Die anglikanische Kirche kennt die Tradition, entsprechende liturgische Gegenstände (Bibeln, Gebetbücher, Kreuze, Kerzen, Ikonen etc.) für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch einzusegnen. Viele dieser Gebete finden sich im besagten Book of Occasional Services bzw. Book of Offices. Andere Gebete könnten perspektivisch noch ergänzt werden. Dort, wo beispielsweise – wie in manchen anglikanischen Gemeinden und Privathaushalten der hochkirchlichen Prägung – ein Weihrauchfass vorhanden ist, kann es folgendermaßen gesegnet werden:
THE BLESSING OF A CENSER / BENEDICTION OF A THURIBLEEINSEGNUNG EINES WEIHRAUCHFASSES
Antiphon. And another angel came and stood at the altar, having a golden censer; * And the smoke of the incense, which came with the prayers of the saints, ascended up before God out of the angel's hand.
℣  They presented unto Him gifts;
℟  Gold, and frankincense and myrrh.
Antiphon: Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Rauchfass; * und der Weihrauch vom Gebet der Heiligen ging auf von der Hand des Engels vor Gott.
℣  Sie taten ihre Schätze auf
℟  und schenkten Ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Here Psalm 141 (Domine, clamavi) may be said or sung, followed by the Gloria Patri. Then shall be said the Collect following: Hier kann Psalm 141 (Domine, clamavi) gefolgt vom Gloria Patri gesprochen oder gesungen werden. Danach wird folgendes Kollektengebet gesprochen:
ALMIGHTY God, Who by Thy blessed Son didst accept the wise men's present of frankincense, and by Thy holy prophets didst foretell how in every place incense and a pure offering shall be offered unto Thee. Bl+ess, we humbly beseech Thee, this censer that it may always be used to the glory of Thy holy name; and in Thy great mercy grant that both our prayers may be a sweet odour unto Thy holy Majesty and our whole lives an acceptable and well-pleasing sacrifice unto Thee. Through the same Thy Son our Saviour Jesus Christ. Amen. ALLMÄCHTIGER Gott. Durch Deinen gepriesenen Sohn hast Du die Weihrauchgabe der Weisen angenommen und durch Deine heiligen Propheten vorhergesagt, dass Dir an allen Orten geräuchert und ein reines Opfer dargebracht werden soll. Wir bitten Dich demütig: Seg+ne dieses Rauchfass, dass es stets zur Ehre Deines heiligen Namens gebraucht werde; und aus Deiner großen Barmherzigkeit gewähre uns, dass sowohl unsere Gebete Deiner heiligen Majestät ein Wohlgeruch als auch unser ganzes Leben ein Dir angenehmes und wohlgefälliges Opfer seien. Durch denselben Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Heiland. Amen.


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Besuch aus „Übersee”: Traditionsverbundene Anglikaner aus Deutschland und Lateinamerika bei der Free Church of England

Vom 27. September bis 1. Oktober besuchte eine Delegation der Reformierten Episkopalkirche ihre englische Schwesterkirche, die Free Church of England. Die Free Church of England und die nordamerikanische Mutterkirche der Reformierten Episkopalkirche (die Reformed Episcopal Church) haben ihre historischen Wurzeln in der Opposition vieler anglikanischer Geistlicher und Laien gegen romanisierende Tendenzen in der anglikanischen Kirche im Nachgang der sogenannten Oxford-Bewegung: Die reformiert-episkopalen Gründerväter wandten sich insbesondere gegen eine einseitige Annäherung der anglikanischen Kirche an die im Tridentinum und Ersten Vatikanum definierten Sonderlehren der römisch-katholischen Kirche und deren liturgische Praxis, ohne dabei natürlich die traditionelle anglikanische Hochschätzung der frühen Kirchenväter und der ersten vier Ökumenischen Konzilien über Bord zu werfen.

Bischof Gerhard Meyer reiste in Begleitung zweier weiterer Geistlicher der Reformierten Episkopalkirche: des stellvertretenden Vorsitzenden des Bistumsrats, Pfarrer Michael Winkler, und eines Diakons. Auf dem Programm stand zunächst die Predigt von Bischof Gerhard Meyer am 28. September in St Andrew's Church, Bentley, Walsall (bei Birmingham). Hierbei handelt es sich um die florierende Gemeinde von Bischof Paul Hunt, dem Bischof der südenglischen Diözese der Free Church of England. Am Abend nahm Bischof Meyer als Co-Konsekrator an der Regularisierung der Bischofsweihe von Bischof Josep Rossello im Rahmen einer Eucharistiefeier in St Andrew's teil (mit Bischof John Fenwick als Hauptkonsekrator und Bischof Paul Hunt als weiterem Co-Konsekrator). Der Diakon der deutschen Delegation verlas das Evangelium.

Der so konsekrierte spanische Bischof Josep Rossello steht der Igreja Anglicana Reformada do Brasil, einem Zusammenschluss konservativer (portugiesischsprachiger) anglikanischer Gemeinden in Brasilien, die zugleich als Auslandsgemeinden der Free Church of England angehören, vor. Es handelt sich bereits um die zweite Bischofsweihe, an der Bischof Gerhard Meyer beteiligt war; die erste war die Konsekration von Bischof Dr. Jasmin Milić, welcher der reformiert-episkopalen Jurisdiktion in Kroatien und Serbien vorsteht. Die Ordinationen und Konsekrationen der Free Church of England werden von der Church of England nicht nur im Hinblick auf ihre sakramentale Gültigkeit, sondern auch staatskirchenrechtlich (unter dem Overseas and Other Clergy Measure 1967) anerkannt. Alle genannten Bischöfe stehen sowohl in der anglikanischen Sukzession als auch in der altkatholischen Sukzession der Kirche von Utrecht; die Bischöfe Fenwick und Hunt stehen zusätzlich in der syrisch-orthodoxen Sukzession der indischen Thozhiyur-Kirche.

Am 29. und 30. September schlossen sich Gespräche der deutschen Delegation mit Bischof Dr. John Fenwick, dem Leitenden Bischof der Free Church of England (zugleich ein ausgewiesener Liturgiewissenschaftler, Kirchenhistoriker und Ökumeniker), sowie Bischof Paul Hunt, dem Diözesanbischof für Südengland, und eben Bischof Josep Rossello an. Unter anderem ging es um den kirchenrechtlichen Status der brasilianischen Auslandsgemeinden und Möglichkeiten einer engeren, auch kirchenrechtlich formalisierten und somit langfristig angelegten, Verbindung von Reformierter Episkopalkirche und Free Church of England. Perspektivisch wurde sogar die Frage erörtert, ob die Free Church of England Auslandsdiözesen einrichten könnte, die zwar nur eingeschränkte Repräsentation in der Convocation, der Synode der Free Church of England, genießen, dafür aber das Recht zur Beibehaltung ihrer internen kirchenrechtlichen und liturgischen Bräuche erhalten. Diese Überlegungen wurden auch dem kirchenrechtlichen Ausschuss der Free Church of England berichtet. Darüber hinaus wurde über einen weitergehenden Konvergenzprozess, der die Reformed Episcopal Church in North America ebenso wie die Union von Scranton (Polish National Catholic Church in Nordamerika sowie Nordisch-Katholische Kirche in Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Ungarn) gesprochen.

Ferner wurde intensiv über die Identität eines bibeltreuen, traditionsverbundenen Anglikanismus diskutiert. Bischof John Fenwick erinnerte an das Leitziel der Reformatoren und ihrer Schüler (z.B. Bischof Lancelot Andrewes, 1555-1626) sowie auch der Gründer von Free Church of England und Reformed Episcopal Church, die "primitive Church", also das Ideal der frühen ungeteilten Kirche der ersten fünf Jahrhunderte, wiederherzustellen. Er wies zugleich darauf hin, dass insbesondere das Wissen der Reformatoren über diese Epoche aufgrund der damaligen Quellenlage deutlich geringer war als unser heutiger Kenntnisstand. Er schlug daher vor, auch Bekenntnisschriften wie die 39 Artikeln im Kontext ihrer Entstehung zu lesen und sich stärker am eigentlichen Leitziel der Reformatoren, eben der Wiederherstellung der frühen ungeteilten Kirche, als am Wortlaut der 39 Artikel zu orientieren.

Eine derartige Fundamentaltheologie hat erhebliche Konsequenzen für alle Aspekte des kirchlichen Lebens, aber insbesondere auch für weitere ökumenische Bemühungen und möglicherweise gar das Erreichen von Lehrübereinstimmung mit den Ostkirchen. Deren Überlieferung kommt dann nämlich schon aus rein historischen Gründen in vielen Fällen normativer Charakter zu. In diesem Zusammenhang mag man an die Worte des Leiters des Außenamts der Russisch-Orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion (Alfejew) von Wolokolamsk, gegenüber einer Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland im Dezember 2012 in Rostow am Don erinnern. Er äußerte die Hoffnung, dass sich die Führung der evangelischen Kirchen Europas einst wieder an den Reformatoren orientieren wird, „deren Motiv nicht die Liberalisierung der Kirche gewesen ist, sondern im Gegenteil, der Eifer, der Kirche mehr Strenge und Treue gegenüber der apostolischen Tradition zu vermitteln”[1]. Abends wurde in der deutschen Delegation noch über die anglo-irische Mission im Mitteleuropa des 7. und 8. Jahrhunderts diskutiert und darüber, inwieweit das Wirken des hl. Bonifatius und seiner Schüler als Vorbild für heutige traditionsverbundene anglikanische Mission im deutschsprachigen Raum gelten können.

Der Schlusspunkt war am 1. Oktober die Teilnahme der deutschen und brasilianischen Delegationen als Beobachter am General Council der Free Church of England, dem kleineren der beiden synodalen Gremien dieser Kirche, in Shallowford House, einem Tagungshaus der Church of England Diocese of Lichfield. Die Vertreter der Reformierten Episkopalkirche zogen ein positives Resumé. Der Besuch habe sich ausgezeichnet durch herzliche Gastfreundschaft, verbunden mit aufrichtigem, ernsthaftem theologischen und kirchenrechtlichen Diskurs, und nicht zuletzt authentischer Gemeinschaft im Gebet zum wahren, dreifaltigen, in Christus Mensch gewordenen, Gott.

Ein Gegenbesuch der Free Church of England ist geplant für den Reformationstag bzw. den Vorabend des Allerheiligengedenktags, wenn das Ordenshaus des Stephanusordens der Reformierten Episkopalkirche in Schwarzenborn feierlich eröffnet werden soll. Ein Presbyter der Free Church of England, der zugleich auch als Priester in der Church of England wirkt, wird in Vertretung von Bischof John Fenwick ein Grußwort überbringen.

Der Besuch der Reformierten Episkopalkirche hat sich in einer besonders interessanten Phase der Geschichte der Free Church of England ereignet, wie gerade auch während der Beratungen des General Council deutlich geworden ist. Die Free Church of England ist derzeit dabei, das historische Allgemeine Gebetbuch in der Fassung von 1662 (sowie ausgewählte Liturgien, insbesondere die eucharistische, aus der nordamerikanischen Rezension von 1928) für den kirchlichen Gebrauch wieder zuzulassen, nachdem sie bisher das stärker reformiert geprägte Allgemeine Gebetbuch der Synode der Protestantischen Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von 1785 verwendet hatte. Auch wird erwogen, die historischen 39 Artikel in der Fassung von 1571 statt den gegenwärtig in der Free Church of England gültigen abgeänderten 39 Artikeln wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Damit würde die Free Church of England einen Prozess nachvollziehen, welchen ihre nordamerikanische Schwesterkirche, die Reformed Episcopal Church in North America, und auch die deutsche Reformierte Episkopalkirche bereits zu Beginn des letzten Jahrzehnts (2003) abgeschlossen hat. Nicht zuletzt dem gegenwärtigen Leitenden Bischof John Fenwick ist diese Rückkehr zu den Wurzeln der englischen Reformation ein Herzensanliegen, auch im Hinblick auf die guten ökumenischen Beziehungen zu den traditionsverbundenen altkatholischen Kirchen der Union von Scranton und den orientalisch-orthodoxen Kirchen.

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[1] Redaktionsmeldung: „Der Metropolit von Wolokolamsk Hilarion leitete eine theologische Diskussion mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland”, Wissenschaftlich-theologisches Portal BOGOSLOV.RU, http://de.bogoslov.ru/text/3007116/, abgerufen am 11. Oktober 2014.

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Folgerichtig und doch hochriskant: Kirche von England führt Bischöfinnen ein

Eine Erkärung der Reformierten Episkopalkirche in Deutschland

Knapp zwei Jahre nachdem in der Generalsynode, dem "Kirchenparlament" der Kirche von England, eine Zweidrittelmehrheit für einen ähnlichen Gesetzentwurf in der Kammer der Laien verfehlt worden war, ist nun in allen Kammern der Generalsynode ein neues Kirchengesetz verabschiedet worden, das in Kirche und Gesellschaft lange erwartet worden war: Es erlaubt zwanzig Jahre nach der Ordination der ersten Priesterinnen nun auch die Konsekration von Frauen als Bischöfinnen. Der Meinungsänderung in der Generalsynode war eine Erklärung der englischen Bischöfe vorausgegangen, in welcher der beträchtlichen Gruppe anglokatholischer und evangelikaler Anglikaner (darunter durchaus viele gebildete Frauen und jüngere Kirchenmitglieder) mit theologischen Vorbehalten gegen die Frauenordination zugestanden wird, authentische Anglikaner zu sein. Ihre Anliegen sollen auch künftig und dauerhaft in Seelsorge und Sakramentsverwaltung berücksichtigt werden. (Ähnlich hatte sich die Lambeth-Konferenz, die alle zehn Jahre stattfindende weltweite Bischofskonferenz der anglikanischen Kirchengemeinschaft, in ihrer Resolution III.2 im Jahr 1998 geäußert.) Die Sonderdiözesen der Kirche von England für traditionsverbundene Anglikaner (geleitet von Bischöfen, die keine Priesterinnen ordinieren oder in der Seelsorge einsetzen) bleiben erhalten. Gleichzeitig wird eine innerkirchliche Mediationsinstanz (Independent Reviewer) geschaffen, um in entsprechenden Konfliktfällen eine kirchenrechtlich und pastoral verantwortbare Lösung zu finden.

Der Praxistest für dieses Mediationsverfahren (disputes resolution procedure) steht natürlich noch aus und sehr viel wird von der Umsicht des Erzbischofs von Canterbury, Justin Welby, bei vertrauensbildenden Maßnahmen wie der Ernennung von Bischöfen, die auch bei der konservativen Minderheit akzeptiert werden, abhängen. Im schlimmsten Fall droht die Spaltung der Kirche von England oder ein weiterer massiver Aderlass an andere Kirchen. So gibt es etwa die relativ kleine Free Church of England, die auch von der Kirche von England als authentische anglikanische Kirche anerkannt wird, aber theologisch deutlich konservativer ist. Ferner gibt es ein römisch-katholisches Personalordinariat für ehemalige Anglikaner unter Leitung eines ehemaligen anglikanischen Bischofs. Für den ökumenischen Dialog jedenfalls sind Bischöfinnen eine schwere Belastung. Eine Wiedervereinigung etwa mit der römisch-katholischen Kirche, die noch in den 1970er Jahren nach dem ökumenischen Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils für eine langfristige Möglichkeit gehalten wurde, ist nun undenkbar.

Die Entscheidung für Frauen im Episkopat der Kirche von England wird in Kontinentaleuropa zunächst keine sichtbaren Auswirkungen haben, da erst vor Kurzem der vakante Bischofssitz der englischen Diözese von Gibraltar mit Domherr Robert Innes (Brüssel) besetzt worden ist. Weitere anglikanische Bischöfe mit Gemeinden in Deutschland sind Pierre Whalon (Paris) von der US-amerikanischen Episkopalkirche, der voraussichtlich noch einige Zeit im Amt bleiben wird und ohnehin von England weitestgehend unabhängig ist, und Bischof Gerhard Meyer von der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland), welche keine Frauenordination praktiziert. Auf mittlere Sicht werden sich wahrscheinlich jene Anglikanerinnen und Anglikaner in Deutschland, die aus theologischer Überzeugung oder ökumenischer Rücksichtnahme die Ordination von Priesterinnen oder Bischöfinnen nicht anerkennen, entweder konservativeren anglikanischen Kirchen (wie eben der Reformierten Episkopalkirche) anschließen oder aber zur römisch-katholischen Kirche oder byzantinisch-orthodoxen Kirche konvertieren.

Auf globaler Ebene bedeutet die englische Entscheidung für Bischöfinnen eine schwere Hypothek für die ohnehin vor der Spaltung stehende anglikanische Kirchengemeinschaft. Die größte und aktivste anglikanische Kirchenprovinz, die Kirche von Nigeria, hat die radikalen Kursänderungen der US-amerikanischen Kirchenprovinz im Bereich der Sexualethik massiv kritisiert und erkennt auch die Frauenordination nicht an. Ungefähr die Hälfte der anglikanischen Kirchengemeinschaft steht mit der US-amerikanischen Episkopalkirche nicht mehr in Sakramentengemeinschaft. Aber auch innerhalb der Kirche von England war die Entscheidung für die Frauenordination sehr umstritten, wie die äußerst kontroversen Diskussionen in der Kammer der "Laien" (von denen viele theologisch gebildet sind) sowohl bei der Einführung von Priesterinnen vor 20 Jahren als auch jüngst bei der Einführung von Bischöfinnen zeigen. Mancherorts in der Kirche von England und der anglikanischen Kirchengemeinschaft werden in Zukunft auch männliche Priester, die von einer Bischöfin ordiniert wurden, nicht als gültig geweihte Priester anerkannt werden. Insofern wird die Konsekration von Bischöfinnen die inneranglikanischen Spannungen weiter verschärfen.

Die Gegner der Ordination von Priesterinnen und der Konsekration von Bischöfinnen führen vielfältige theologische Gründe für ihre Haltung an. Zum einen bestreiten die Paulusbriefe des Neuen Testaments die geistliche Lehrvollmacht von Frauen, wobei dies in der Heiligen Schrift gerade nicht soziologisch-kontextuell, sondern heilsgeschichtlich mit Rekurs auf Schöpfungsordnung und Sündenfall begründet wird (1 Tim 2,12ff). Hinzu kommt ein indirektes biblisches Argument, das die Leitung von Familie und Kirche in Beziehung setzt (1 Tim 3,4.12) — und erstere, unter anderem aus trinitätstheologischen Überlegungen heraus (1 Kor 11,3), komplementaristisch versteht (der Mann als „Haupt der Frau”). Diese Lehre wird von Paulus in einem der ältesten Texte des Neuen Testaments als Teil eines disziplinarischen Konsenses der apostolischen Kirche vorgestellt — wohlgemerkt ein Konsens, der nach paulinischer Aussage auf göttlichem Gebot gründet und dessen Nicht-Anerkennung den Ausschluss aus der wahren Kirche bedeutet (1 Kor 14,37f). Das irdische Wirken Jesu ist mit dieser Lehre übrigens völlig konsistent: Denn trotz Jesu besonderer seelsorglicher Zuwendung zu Frauen hat er keine dieser Frauen zu Aposteln berufen und auch als Nachfolger des Verräters Judas im Zwölferkreis wurde weder die hl. Jungfrau Maria noch die hl. Maria von Magdala noch eine andere Auferstehungszeugin, sondern der hl. Matthias ausgewählt.

Neben diesem biblischen Befund, den evangelikale Anglikaner gerne zitieren, werden von hochkirchlicher bzw. anglokatholischer Seite auch sakramentaltheologische Gründe angeführt: Ein biblisches Bild für die Beziehung Christi zu Seiner Kirche ist nämlich die Beziehung eines aufopfernd liebenden Ehemanns zu seiner ihm hingegebenen Ehefrau, was Paulus als "mysterion" bezeichnet und damit schon den sakramentalen Charakter andeutet (Eph 5,25ff). Das Bild eines Hochzeitsmahls anlässlich der Vermählung von Christus mit Seiner Kirche (Offb 19,7ff) trägt nach dem patristischen Zeugnis auch die Eucharistiefeier, die zugleich Anamnese (Gedächtnis) des letzten Passamahls Jesu mit Seinen Jüngern ist: Der Priester tritt hier in Stellvertretung Christi (dem eigentlichen Hohenpriester) auf, indem er die Einsetzungsworte Christi wiederholt, um die Herabkunft des Heiligen Geistes betet (Epiklese) und der versammelten Gemeinde das hl. Sakrament von Christi Leib und Blut austeilt. Die Gültigkeit einer Eucharistiefeier als sakramentales Bild (Typos) des eschatologischen Hochzeitsmahls und als Gedächtnis des Letzten Abendmahls hängt — gleichsam "ontologisch" — daher auch (aber natürlich nicht nur) vom Geschlecht des Zelebranten ab.

Befürworter der Frauenordination führen gelegentlich Schriftstellen wie Gal 3,28 an oder verweisen auf das protestantische Prinzip des "Priestertums aller Gläubigen". Nun gehören Männer und Frauen natürlich völlig gleichberechtigt zur Kirche Christi als Gemeinschaft der Erlösten. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Christus, der Herr der Kirche, ihnen auch die gleichen Funktionen und Charismen geschenkt hat. Ferner kann auch das allgemeine Priestertum aller Gläubigen (1Petr 2,9) nicht zur Begründung eines solchen missverstandenen Gleichheitsgrundsatzes gelten. Denn auch im Alten Bund wurde dem Gottesvolk ein allgemeiner priesterlicher Charakter zugesprochen (1Petr 2,9 ist wohl eine Anspielung auf Ex 19,6) und Frauen spielten zuweilen eine wichtige politische Rolle (Richterin Debora). Und doch gab es im Alten Bund ein Amtspriestertum, das bekanntlich nur Männern in der aaronitischen Sukzession vorbehalten war.

Der von Christus gestiftete Neue Bund hebt den Alten Bund nicht auf, sondern führt ihn nach christlichem Verständnis zur Vollendung. Schon in der frühen Kirche wurde das dreigegliederte Amt aus Levit, Priester und Hohempriester des Alten Bunds mit dem dreigegliederten Amt der Kirche, bestehend aus Diakon, Presbyter, Apostel (später: Bischof) verglichen. Zwar gab es Priesterinnen in den Fremdreligionen und manchen christlichen Sekten (im Montanismus), aber nicht in der apostolischen Kirche.

Zuweilen wird — übrigens ganz ähnlich wie in besagten frühchristlichen Sekten — die Leitung des Heiligen Geistes in Anspruch genomnen, um für Änderungen in Lehre und Kirchenverfassung einzutreten. Denn, so könnte man argumentieren, die Offenbarung Gottes an uns ist mit zwar dem apostolischen Zeitalter abgeschlossen, nachdem das ewige Wort Gottes in Gestalt des Gottmenschen Jesus von Nazareth in die menschliche Geschichte eingetreten ist; aber der Heilige Geist (nach einem Wort Jesu der "Tröster" oder "Paraklet") führt die Gesamtheit der Gläubigen zu einem tieferen Verständnis der offenbarten Wahrheit (Joh 15,26). Um jedoch das Wirken des Heiligen Geistes zweifelsfrei feststellen zu können, ist der ökumenische Konsens unter allen Kirchen, die für sich die Kontinuität mit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche des nizänischen Glaubensbekenntnisses in Anspruch nehmen können, erforderlich: gewöhnlich durch Beschlüsse eines ökumenischen Konzils, das auf der Grundlage der überlieferten Glaubenslehre entscheidet und deren Lehrentscheide dann auch von den Gläubigen angenommen ("rezipiert") werden.

Nach anglikanischem Verständnis gehören aber neben der anglikanischen auch viele andere Kirchen zur katholischen Kirche in diesem nizänischen Sinne — etwa die römisch-katholische Kirche oder die orthodoxen Kirchen, die sehr viel größer als die anglikanische Kirchengemeinschaft sind. Den Rat dieser Kirchen, die massiv und einmütig von der Frauenordination abgeraten haben, zu ignorieren, ist ein unfreundlicher ökumenischer Akt und für die geistliche Zukunft der Kirche von England zumindest riskant. Was wäre, wenn die Priesterinnen und die nun zu konsekrierenden Bischöfinnen vom Heiligen Geist gar keine Vollmacht für ihr Amt erhalten? Was wäre, wenn in großen Teilen der Kirche von England langfristig gar kein Heil mehr zu finden ist, weil ein Großteil der gespendeten Sakramente ungültig ist und die Verkündigung des Glaubens darniederliegt?

Ein grundlegendes Missverständnis bei manchen Befürworten der Frauenordination scheint auf der irrigen Vorstellung zu beruhen, die Papst Franziskus immer wieder als "Klerikalismus" bezeichnet hat: der Irrtum, dass das christliche Weiheamt in irgendeiner Beziehung zur Ausübung von weltlicher Macht stünde. Vielmehr gilt in der Kirche das Wort Jesu: "Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele." (Mt 20,25-28) Diesen "Sklavendienst", das apostolische Amt, mutet Christus nach Überzeugung der meisten Kirchen nur Männern zu. Frauen haben die gleiche Würde, aber nehmen andere wichtige Aufgaben in der Kirche wahr — auch dann, wenn sie Theologinnen sind, und stets als gleichberechtigte Miterbinnen des Heils (1Petr 3,7).

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Gemeinschaft der Getauften, eucharistische Gemeinde und Hausgemeinschaft Gottes

Die nizänische Definition der Kirche in ökumenischer Perspektive. Ein Tagungsbericht

Im Anschluss an die diesjährige Synode der Reformierten Episkopalkirche fand am 23. März 2014 eine theologische Tagung zur Ekklesiologie statt. Mehrere ökumenische Gäste hielten Vorträge, darunter Bischof Karsten Bürgener (Bremen) und Weihbischof Matthias Niche (Cottbus) vom lutherischen Hochkirchlichen Apostolat St. Ansgar sowie der Generalvikar der Christ-Katholischen Kirche, Pfarrer Klaus Mass (Einsbach).

Bischof Bürgener hielt ein biblisch und patristisch saturiertes Grundsatzreferat zur Ekklesiologie. Er definiert die eine Kirche des apostolischen und nizänischen Symbols als Gemeinschaft aller Getauften, ja, als die familiäre Hausgemeinschaft des Dreieinen Gottes (1Tim 3,15). Geburtsstunde der Kirche ist für ihn nicht die Herabsendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten, sondern vielmehr die Mission der Apostel in Galiläa, während welcher sie Hauskirchen gründeten (Lk 9,4). Bischof Bürgener sieht in Joh 21,15ff die Einsetzung eines Petrusamts mit einem rein pastoralen Primat. Zwar identifiziert er das Petrusamt mit dem römischen Bischofssitz; die Unfehlbarkeit von ex-cathedra-Entscheiden des Bischofs von Rom bestreitet er jedoch.

Bischof Niche referierte über die Patrologie von Michael Fiedrowicz. Zu Beginn seines Referats kontrastierte er die Hermeneutik der Aufklärung, die jeden Wahrheitsanspruch als Ausdruck geschichtlicher Entwicklung betrachtet, mit der Hermeneutik der ungeteilten Kirche, die sich als lebendiger Garant der Überlieferung göttlicher Offenbarung verstanden hat. Die unterschiedlichen Hermeneutiken korrelieren natürlich mit konträren Auffassungen des Normativen. Nach kirchlicher Vorstellung sind (praktisch-ethische und theoretisch-alethische) Normen dem Menschen objektiv durch göttliche Offenbarung bereits ein für alle mal gegeben worden und brauchen nur für die Gegenwart artikuliert sowie tradiert zu werden. Nach aufklärerischer Vorstellung ist die Quelle (ethischer und alethischer) Normen die autonome menschliche Vernunft, die sich erst in einer utopischen Zukunft voll entfalten wird, aber in jedem Fall überlieferte Normen überwinden muss.

Wer sich mit der “Theologie der Kirchenväter”, wie sie jüngst von Michael Fiedrowicz (Ordinarius an der Universität Trier) dargestellt worden ist[1] auseinandersetzt, stellt fest: Die Hermeneutik der ungeteilten Kirche unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der lutherischen und reformierten Hermeneutik (übrigens im Unterschied zur anglikanischen[2]): Der Grundsatz sola Scriptura war für die Kirchenväter undenkbar, da die Schrift auch von den Häretikern (missbräuchlich) verwendet wurde und wird. Die Heilige Schrift ist nicht bloß irgendeine geschichtlich gewachsene Textsammlung, deren menschliche Verfasser längst nicht mehr unter uns sind, und zu der es keinen privilegierten Zugang gibt. Vielmehr wurde sie vom Heiligen Geist inspiriert, welcher nach wie vor in der Kirche wirkt. In diesem Sinne gehört die Heilige Schrift der Kirche, analog zur Beziehung eines Buchs zu seinem Autor. Die authentische Auslegerin der Schrift ist allein die Kirche. (Genau genommen sind die legitimen Ausleger die Apostel und die Bischöfe als deren Nachfolger, denn Christus, das fleischgewordene Wort Gottes, öffnete den Aposteln das Verständnis der Schrift (Lk 24) und diese haben es an ihre Nachfolger in der apostolischen Sukzession weitergegeben, so z.B. schon der hl. Irenäus von Lyon im 2. Jahrhundert[3].) Folglich kann die Schrift nur im Mitvollzug des kirchlichen Lebens korrekt verstanden werden. Allein in der Kirche wirkt der Geist, der die Schrift inspiriert hat, nur hier ist authentische sowie geistlich vollmächtige Auslegung zu finden – eine Auslegung, die sogar zu Confessio und Martyrium befähigt. Als Glieder der Kirche, so Bischof Niche sinngemäß, und zumal als Hirten müssen wir uns messen lassen an dem, was wir empfangen haben; die apostolische Kirche bewahrt, was sie von ihrem Herrn empfangen hat.

Generalvikar Mass hielt einen mit Spannung erwarteten Vortrag über das altkatholisch-orthodoxe Konsensdokument “Koinonia auf altkirchlicher Basis”[4], das in der Christ-Katholischen Kirche im Rang eines kirchenamtlichen Lehrdokuments steht. Die darin enthaltene Ekklesiologie hat einen starken eucharistischen Akzent; das paulinische Bild der Kirche als Leib Christi (Röm 12, 1Kor 12) wurde schon bei Johannes Chrysostomus in Anlehnung an die Einsetzungsworte eucharistisch gedeutet. In der anschließenden Diskussion diskutierten die Teilnehmer der Tagung über Unterschiede in der Sakramentsverwaltung zwischen Ost und West, darunter insbesondere die Frage, in wie weit die westliche Firmpraxis letztlich auf rationalistischen Prämissen beruht. (Die Ostkirche spendet die Myronsalbung direkt im Anschluss an die Kindertaufe.) Dieser Verdacht war, wie Generalvikas Mass referierte, von Theodor Nikolaou, einem führenden orthodoxen Theologen des deutschsprachigen Raums geäußert worden, als er die vielfältigen Gründe für das Ausbleiben einer Kirchengemeinschaft von Orthodoxen und Altkatholiken 1990 erläuterte (und schon damals auf den immer weitere Kreise ziehenden Modernismus der Altkatholiken zumal des deutschen Bistums abhob). Bischof Grote wies auf die vermittelnde Position der anglikanischen Kirche anhand des Beispiels von Königin Elisabeth I. hin, die im Alter von nur acht Tagen Taufe, Firmung und Eucharistie empfing.

Der anglikanische Höhepunkt der Tagung war das ekklesiologische Referat des scheidenden Diözesanbischofs der Reformierten Episkopalkirche, Bischof Royal U. Grote,[5] welches insbesondere der Frage der Kirchenleitung gewidmet war. Dessen Grundgedanken sollen diesen Bericht abschließen.

Zur Definition der Kirche. Im Rekurs auf Bischof John Spalding (1828-1902) kann man die (sichtbare) Kirche als Gemeinschaft der Getauften, in der das Wort Gottes rein gepredigt und die Sakramente recht verwaltet werden definieren. Dass die Reinheit der Verkündigung und Sakramentsverwaltung ein definitorisches Merkmal der Kirche ist (Art. XIX), findet sich in einem der drei grundlegenden Dokumente des Anglikanismus, den Neununddreißig Glaubensartikeln der Kirche von England aus dem Jahre 1562 (lateinisch) bzw. 1571 (englisch), nämlich Art. XIX. (Die beiden anderen Dokumente sind das Allgemeine Gebetbuch und das Buch der Ordinationsformulare.) Es handelt sich hierbei um eine Formulierung aus dem Augsburgischen Bekenntnis (CA VII).

Die Kirche als Heilsanstalt. Unter den Sakramentem der Kirche sind genau zwei, nämlich Taufe und Eucharistie, im Allgemeinen heilsnotwendig (Art. XXV). Die Kirche ist ferner befugt, eigene Riten festzulegen (Art. XX). Zum heilsamen Empfang der beiden großen Sakramente sowie der fünf kleinen Sakramente ist Glaube nötig; dieser kann aber bei Kindern auch ein stellvertretender Glaube sein.

Die Leitung der Kirche. Zum Zweck der rechten Verkündigung und Sakramentsverwaltung eignet der Kirche eine besondere Leitungsform, nämlich der (häufig, wenn nicht sogar meist, monarchische) Episkopat. Schon die Sendschreiben der Offenbarung des Johannes benennen die Bischöfe der Ortskirchen als "Engel". Der Dienst des hl. Ignatius von Antiochien, der in seineN Briefen die überragende Bedeutung des monarchischen Episkopats für das geistliche Leben der Kirche hervorhob, überlappt drei Jahrzehnte mit jenem des Apostels Johannes. Petrus beschreibt das Amt des Verräters Judas als “episkope” (Apg 1,20). Der hl. Clemens von Rom führt in seinem noch im 1. Jahrhundert verfassten Brief an die Korinther den Episkopat auf göttliche Einsetzung zurück.

Die Wurzeln des dreigliedrigen kirchlichen Amts aus Bischof, Priester/Presbyter und Diakon sind jedoch möglicherweise noch älter. Schon Clemens von Rom sieht eine Parallele zwischen der auf apostolische Einsetzung zurückgeführten episkopalen Leitung der Kirche (mit den derivierten Ämtern von Presbyter und Diakon) einerseits und der von Mose (auf Anraten seines Schwiegervaters Jethro) eingesetzten mehrinstanzlichen "Gerichtsbarkeit" (ohne Gewaltenteilung zwischen Judikative und Exekutive) des Alten Bundes, in der es Obere über 1000, 100, 50 und 10 gab, andererseits. Die Vollmacht des kirchlichen Leitungsamts leitet sich — über die Apostel — von Gott, genauer: Seinem menschgewordenem Sohn, selbst her (Mt 28,19). Die Apostel orientierten sich bei ihrer Ordnung der Kirchenleitung an der Regierungsform Israels zur Zeit des Mose.

Es stellt sich die Frage, ob die Kirche noch ein dem Episkopat übergeordnetes menschliches Amt kennt, eben das Petrusamt der römisch-katholischen Tradition. Ein derartiges Amt, welches vom allgemeinen apotolischen Amt verschieden ist, kommt im Neuen Testament nicht vor. Einen überzeugenden Schrift- oder Traditionsbeweis für das Papsttum gibt es nicht: Joh 21 etwa berichtet die dreifache Bestätigung Petri als Mitglied des Apostelkollegium durch den auferstandenen Christus, in Parallele zu seiner dreifachen Verleugnung; die Binde- und Lösegewalt aus Mt 16,19 wird in Mt 18,18 dem gesamten Apostelkollegium übertragen. Lehrentscheidungen wurden zu apostolischer Zeit konziliar herbeigeführt (Apg 15). Der Ehrenprimat, der zum Vorsitz über einem Konzil berechtigte, stand zunächst dem Jerusalemer Bischofssitz, nach der Zerstörung Jerusalems dann dem römischen Ordinariat zu. Für die Gültigkeit eines Konzils ist nicht die Ratifikation, sondern die Rezeption durch die Gläubigen (sensus fidelium), entscheidend. Der hl. Clemens von Rom erhob keinen Anspruch auf ein Petrusamt göttlichen Rechts, als er die Korinther zur Wiedereinsetzung ihrer Hierarchie drängte. Die ältesten Anspielungen auf ein vermeintliches Petrusamt samt Identifikation mit dem römischen Ordinariat tauchen erst im 3. Jahrhundert n. Chr. auf; die genauen Befugnisse der römischen Kathedra waren auch zur Zeit der ungeteilten Kirche zwischen Ost und West stets strittig.

Die Tagung war umrahmt und geistlich getragen von gemeinsamen Gottesdiensten nach dem anglikanischen Allgemeinen Gebetbuch sowie den Tagzeiten- und Messliturgien des Hochkirchlichen Apostolats St. Ansgar. Ungeachtet unterschiedlicher theologischer Akzentsetzungen war die Gemeinsamkeit im Glauben unter den Teilnehmern in der gemeinsamen Anbetung des lebendigen Gottes und den Gesprächen am Rande der Tagung erfahrbar.

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[1] M. Fiedrowicz: Theologie der Kirchenväter. Grundlagen frühchristlicher Glaubensreflexion. Herder, Freiburg 22010.
[2]
Die anglikanische Theologie lehrt ein prima Scriptura: (i) Die Schrift enthält alle heilsnotwendige Lehre (den rettenden Glauben als fides quae creditur), vgl. Art. VI der Neununddrei?ig Artikel. (ii) Die Kirche darf keine Lehre als heilsnotwendig ohne zwingenden Schriftbeweis vorlegen, vgl. Art. VI, XX (iii) Die Kirche darf keine schriftwidrige Lehre verbreiten oder untereinander inkonsistente Schriftauslegungen verkünden, vgl. Art. XX.
[3]
Irenaeus von Lyon: adv. haer., lib. iii, cap. ii.
[4]
Urs von Arx (Hg.): „Koinonia auf altkirchlicher Basis : deutsche Gesamtausgabe der gemeinsamen Texte des orthodox-altkatholischen Dialogs 1975-1987 mit franzoösischer und englischer Übersetzung”. Internationale Kirchliche Zeitschrift, Jg. 79 (1989), Heft 4 (Beiheft).
[5]
Bischof Royal U. Grote (Houston, Texas) ist einer der Diözesanbischöfe der Reformierten Episkopalkirche in Nordamerika und war bis März diesen Jahres zugleich auch der Diözesanbischof der Reformierten Episkopalkirche in Deutschland – bevor er dieses Amt an den bisherigen Coadjutor, Bischof Gerhard Meyer (Schwarzenborn), abgab und die deutsche Reformierte Episkopalkirche in die Unabhängigkeit entließ. Bischof Grote ist für das Amt des Leitenden Bischofs der Reformierten Episkopalkirche in Nordamerika nominiert; ferner gehört er der Kirchenleitung (Exekutivausschuss) der Anglikanischen Kirche in Nordamerika an, zu deren Gründungsjurisdiktionen die Reformierte Episkopalkirche zählt.

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Gemeinsame Neuevangelisierung: Anglikaner unterschiedlicher Jurisdiktion am Nordrhein

Eine deutsche Auslandsgemeinde der Kirche von England und das Missionsbistum der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) haben jüngst im missionarischen Gemeindebau kooperiert: Christ Church Düsseldorf hat mit Hilfe eines Geistlichen der Reformierten Episkopalkirche ein englischsprachiges Gottesdienstangebot anglikanischer Tradition in der Essener Innenstadt begonnen. Über die englischsprachigen anglikanischen Gottesdienste in Essen berichtete eine regionale Zeitung. (Die Predigt vom Vorabend des Epiphaniasfestes kann auf den Seiten von Christ Church Düsseldorf nachgelesen werden.)

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Einheit in der Wahrheit: Die 2. Weltweite Konferenz zur Zukunft des Anglikanismus (GAFCON 2013)

Einheit in der Wahrheit (vgl. Joh 17, 17.21). Dies könnte ein nachträglich gewähltes Motto der nunmehr zweiten Global Anglican Future Conference (GAFCON) sein, welche vom 21. bis 26. Oktober in der kenianischen Hauptstadt Nairobi stattfand. Die Gemeinsamkeit, ja familiäre Gemeinschaft im apostolischen Glauben ist denn auch der Gegenstand des Schriftworts, mit dem die diesjährige GAFCON ihr Communiqué überschrieb: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“ (Eph 2, 19f) Im Folgenden soll skizziert werden, wie es zu den GAFCON-Konferenzen gekommen ist und welche Bedeutung – sowohl für die Anglikanische Kirchengemeinschaft selbst, als auch für ihre ökumenischen (insbesondere: traditionsverbundenen) Partner – diesen Konferenzen zukommt.

Die erste GAFCON (Jerusalem 2008) war ein bedeutendes Ereignis der jüngsten anglikanischen Kirchengeschichte, da sie erstmals in aller Deutlichkeit die latente Spaltung der Anglikanischen Kirchengemeinschaft vor Augen führte. Bekanntermaßen gibt es schon seit vielen Jahrzehnten Spannungen in der Anglikanischen Kirchengemeinschaft: Manche Provinzen praktizieren bereits seit den 1970er Jahren die Frauenordination, andere lehnen sie bis heute unter Verweis auf die Schrift und darin wurzelnde apostolische Tradition ab; die Vorsitzende Bischöfin der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten, Katherine Jefferts Schori, hat sich durch Äußerungen hervorgetan, die noch weit über die Rahnersche Lehre vom „anonymen Christentum“ hinausgehen und als Allversöhnungslehre verstanden werden können; den Glauben an das stellvertretende sühnende Leiden Jesu Christi am Kreuz und Seine Auferstehung sieht sie offenbar neuprotestantisch als „Werk“ ohne Gnade an; manche Provinzen betrachten die Sexualethik des Neuen Testaments (z.B. 1 Kor 6, 9f) als überholt. Letztere – in Teilen des Anglikanismus und Protestantismus verbreitete – Haltung geht oft einher mit einem irrigen Schriftverständnis und gerade dadurch ist dieses ansonsten ja eher periphere Thema kirchlicher Verkündigung zu einem Schibboleth, einem Lackmustest der Orthodoxie, im Anglikanismus und auch anderen Konfessionsfamilien geworden. Gleichwohl verdienen Lehrabweichungen in Soteriologie, Kirchenverfassung (z.B. Frauenordination) und Sakramentsverwaltung (z.B. fragwürdige eucharistische Praxis) ebenso große Aufmerksamkeit.

Die Hoffnung moderat-konservativer Kreise im Anglikanismus bestand lange Zeit darin, dass durch fortwährenden innerkirchlichen Dialog trotz aller Divergenzen ein faktisches Schisma abgewandt würde und sich schließlich doch noch die rechtgläubige Position durchsetzen könnte. So zumindest lautet die wohlwollende Interpretation der diversen (von offizieller Seite unter den – diplomatisch geschickt gewählten – Zulu-Begriff Indaba gefassten) Bemühungen mehrerer Erzbischöfe von Canterbury (insbesondere des inzwischen emeritierten Primas Rowan Williams), die jeweils als primus inter pares der Anglikanischen Kirchengemeinschaft vorstehen. In diesem Sinne wurde auf der alle zehn Jahre stattfindenden internationalen anglikanischen Bischofskonferenz im Jahre 1998 eine Resolution verabschiedet (Resolution I.10 on Human Sexuality), in welcher die Ehe als lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert wird, das zölibatäre Leben jedem, der sich nicht zur Ehe berufen fühlt, nahegelegt wird und sowohl von der Genehmigung von Liturgien zur kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als auch der Ordination von Personen in solchen Partnerschaften abgeraten wird. (Nota bene: Die sogenannte Lambethkonferenz ist keine wirkliche Synode und kann daher keine kirchenrechtlich bindenden Beschlüsse fassen, vgl. LThK³ VI,619.)

Der 1998 erreichte Kompromiss hielt keine fünf Jahre: Im Jahr 2003 wurde V. Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire (Vereinigte Staaten) konsekriert und im gleichen Jahr approbierte Bischof Michael Ingham von New Westminster (Kanada) Liturgien zur kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Da sich ja gesunde Lehre und Ethik nie von heilsamer Seelsorge trennen lassen, war dies erwartungsgemäß auch pastoral eine Katastrophe: Viele homosexuell empfindende Christen und Christinnen, die sich jahrzehntelang um ein Leben nach Gottes guten Geboten auch in diesem Lebensbereich bemüht hatten, mussten dies als enorme Verunsicherung, wenn nicht gar als kirchenoffiziellen Hohn, empfinden. Die nachfolgende Konferenz der Primasse anglikanischer Kirchenprovinzen in Daressalam 2007 rief die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten und die kanadische Kirchenprovinz dazu auf, ihr Bedauern für ihr liebloses Verhalten gegenüber den anderen Provinzen auszudrücken, hinfort auf die bischöfliche Konsekration von Personen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu verzichten und Liturgien für die Segnung solcher Verbindungen zurückzuziehen (Communiqué of the Primates' Meeting in Dar es Salaam 2007 §17).

Auch dieser Beschluss war – wie so viele vor ihm – von den modernistischen Kirchenprovinzen ignoriert worden, als 2008 die nächste Lambethkonferenz nahte. Statt sich jedoch abermals mit modernistischen Bischöfen in endlose Diskussionen über Beschlüsse, die dann doch ignoriert würden, verwickeln zu lassen oder gar eucharistische Gemeinschaft mit Häretikern zu pflegen, zog es ein Drittel der anglikanischen Bischöfe weltweit vor, ein gemeinsames Bekenntnis zum überlieferten Glauben im Heiligen Land abzugeben. So kam es zur ersten GAFCON im Jahr 2008 mit Teilnehmern aus allen Kontinenten; die meisten Provinzen Schwarzafrikas sowie die Provinzen Naher Osten, Südostasien, Südliches Lateinamerika und die Diözese Sydney entsandten fast ihren ganzen Episkopat, so dass gewiss die Hälfte aller praktizierenden Anglikaner weltweit bei der ersten GAFCON vertreten war. Die dort verabschiedete Jerusalemer Erklärung, die von der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften auch ins Deutsche übersetzt worden ist, bekennt sich: zur Heiligen Schrift als dem geschriebenen Wort Gottes; zu den dogmatischen Definitionen der vier Ökumenischen Konzilien und der drei altkirchlichen Glaubensbekenntnisse als Ausdruck der Glaubensregel der ungeteilten Kirche; zu den 39 Artikeln der Kirche von England von 1562/1571; zur Gottessohnschaft und einzigartigen Heilsmittlerschaft Jesu Christi sowie zu Seinem Sühnetod; zum Allgemeinen Gebetbuch von 1662 als liturgische Norm; zum Episkopat in historischer Sukzession; zur (heterosexuellen) Ehe als einzigem legitimen Ort geschlechtlicher Vereinigung; zur (Verkündigungs-) Mission; zu guter Haushalterschaft über Gottes Schöpfung, zum Eintreten für Gerechtigkeit in der Gesellschaft und dem Dienst an Armen und Notleidenden; zur Einheit im Glauben trotz unterschiedlicher Ausdrucksformen desselben (wobei an anglokatholische, charismatische und evangelikale Frömmigkeit zu denken ist). Die geistlichen Ämter und die Rechtmäßigkeit der Jurisdiktion aller glaubenstreuen Anglikaner – auch solcher, die nicht mehr mit Canterbury in Kirchengemeinschaft stehen – werden anerkannt. Die geistliche Autorität heterodoxer Kirchenleiter hingegen wird explizit verworfen; diese werden vielmehr zu Umkehr und Buße gerufen und zugleich der Fürbitte versichert.

Seit der ersten GAFCON 2008 hat sich manches in der Anglikanischen Kirchengemeinschaft ereignet: Als rechtgläubige Alternative zur Episkopalkirche der Vereinigten Staaten und der Anglikanischen Kirche Kanadas ist 2009 die Anglikanische Kirche in Nordamerika gegründet worden, zu der auch die in Deutschland vertretene Reformierte Episkopalkirche zählt (bei GAFCON 2013 unter anderem repräsentiert durch Bischof David Hicks). Die Anglikanische Kirche in Nordamerika wird von den (gemessen an der Zahl aktiver Mitglieder) größten anglikanischen Kirchenprovinzen – insbesondere Nigeria, Uganda, Kenia, Sudan – als der einzige legitime Vertreter der anglikanischen Kirchengemeinschaft in Nordamerika betrachtet. Mit der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten und der Anglikanischen Kirche Kanadas unterhalten diese Provinzen keine Kanzel- und Sakramentengemeinschaft mehr, und die Drift jener Kirchenprovinzen fort vom apostolischen Glauben und überlieferter Kirchenverfassung hat sich seit 2008 fortgesetzt. Leider liefert inzwischen auch die Kirche von England mehr Grund zur Sorge als zur Hoffnung. Fast alle theologisch konservativen Diözesanbischöfe Englands – besonders bekannt: Michael Nazir-Ali, ebenfalls Teilnehmer von GAFCON 2013, oder auch Geoffrey Rowell (bis November Bischof von Gibraltar) – sind inzwischen emeritiert.

Die Bedeutung der zweiten GAFCON 2013 lag nun darin, dem vor gut fünf Jahren entstandenen Netzwerk eine festere Struktur in Form einer Art „Teilkirche“ zu geben. Aufgrund der evangelikalen Prägung einer Mehrzahl der Teilnehmer (insgesamt 331 Bischöfe, 482 Priester und Diakone sowie 545 Laien aus 38 Staaten), die von den anglokatholischen Vertretern der westafrikanischen Kirchenprovinz und aus Nordamerika nur bedingt ausbalanciert wurde, konnte von dieser Konferenz zwar kein ausführliches ekklesiologisches Lehrdokument erwartet werden. (Die evangelikale Theologie vertritt bekanntlich einen Vorrang der Soteriologie gegenüber anderen dogmatischen loci, insbesondere der Ekklesiologie.) Umso beachtlicher ist jedoch, dass auch in diesem Bereich einige – im Nairobi Communiqué and Commitment zusammengefasste – Klärungen stattgefunden haben, die im Folgenden kurz umrissen werden sollen.

Erstens soll die Weltweite Gemeinschaft Bekennender Anglikaner (GFCA), als deren synodaler Ausdruck sich GAFCON versteht, eine ständige kirchliche Struktur werden, deren dogmatische Grundlage (gleichsam die Definition dessen, was „bekennender“ oder glaubenstreuer Anglikanismus ist) die weiter oben zusammengefasste Jerusalemer Erklärung ist. Die Bedeutung von GFCA wurde unter anderem darin deutlich, dass auch der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, am Vorabend von GAFCON 2013 dem Ausschuss der Primasse von GFCA einen Besuch abstattete. Bei dieser Gelegenheit empfing er die Eucharistie aus der Hand von Erzbischof Robert Duncan, dem Primas der (rechtgläubigen) Anglikanischen Kirche in Nordamerika. Allerdings war das GAFCON-Plenum dem Erzbischof von Canterbury weniger wichtig als die Primas-Konferenz der Porvoo-Gemeinschaft (Zusammenschluss anglikanischer und episkopaler lutherischer Kirchen Europas; tagt alle zwei Jahre) in Island, was sich als allzu kurzsichtig erweisen dürfte.

Denn zum Zweiten wurde beschlossen, dass die Organe der GFCA für die beteiligten Provinzen (wohlbemerkt: die Mehrheit der Anglikaner weltweit, insgesamt mehr als 40 Millionen) in Teilen die bisherigen Funktionen der Gremien der Anglikanischen Kirchengemeinschaft übernehmen werden. Insbesondere werden die GFCA-Gremien darüber entscheiden, welche Diözesen bzw. Missionsgesellschaften für die Mehrheit der Anglikaner weltweit als authentischer Ausdruck des Anglikanismus anzusehen sind. Als ersten Schritt hat GAFCON 2013 die Anglikanische Mission in England – welche einige glaubenstreue anglikanische Gemeinden, die in liberalen englischen Diözesen an den Rand gedrängt worden sind, versammelt – als authentische anglikanische Jurisdiktion anerkannt. Unter den GFCA-Gremien ist besonders der Ausschuss der GFCA-Primasse (Oberhäupter mehrerer bevölkungsreicher anglikanischer Kirchenprovinzen), derzeit geleitet vom kenianischen Primas Eliud Wabukala, hervorzuheben.

Drittens hat ein ermutigender Schritt in Richtung auf eine Konsolidierung der Kirchenverfassung einiger ansonsten glaubenstreuer Kirchenprovinzen stattgefunden. Anders als die größte Kirchenprovinz, Nigeria, praktizieren nämlich manche GFCA-Provinzen nach wie vor die Frauenordination, wenn auch nicht die Konsekration von Bischöfinnen. In der Anglikanischen Kirche in Nordamerika findet derzeit ein Studienprozess statt, der hoffentlich langfristig zur Abschaffung der Ordination von Priesterinnen sowohl in Nordamerika als auch in den anderen GFCA-Provinzen führen wird. Vor diesem Hintergrund war es erfreulich, dass die Sektion zur kirchlichen Frauenarbeit von GAFCON 2013 den Antrag der Sektionsleitung, „[kirchliche] Leitungsverantwortung von Frauen [zu] bestätigen“, verwarf und statt dessen den „zentralen Beitrag von Frauen zum kirchlichen Leben“ würdigte. (Außerhalb der Plenarveranstaltungen tagten themenspezifische Sektionen, u.a. auch zur Theologischen Ausbildung.) Die nordamerikanische Arbeitsgruppe zur Frauenordination wird von Bischof Hicks (s.o.) von der Reformierten Episkopalkirche, welche diese Neuerung bisher stets abgelehnt hat, geleitet. Wir hoffen, dass die Entscheidung der einschlägigen GAFCON-Sektion ein Präjudiz ist und die ansonsten glaubenstreuen anglikanischen Kirchenprovinzen langfristig keine Priesterinnen mehr ordinieren werden.

In der Summe war GAFCON 2013 ein eindrucksvolles und ermutigendes gemeinsames Bekenntnis für den „Glauben, der ein für alle Mal den Heiligen überliefert ist“ (Jud 3). Das de facto-Schisma in der Anglikanischen Kirchengemeinschaft dauert an und wird mit der zu erwartenden Weihe von Bischöfinnen in der Kirche von England noch vertieft werden. Aber mit der Weltweiten Gemeinschaft Bekennender Anglikaner (GFCA) und ihrem synodalem Gremium GAFCON haben traditionsverbundene Anglikaner nun weltweit alle Strukturen kirchlicher Gemeinschaft, die für ein kirchliches Leben in der Nachfolge der Apostel nötig sind. Glaubenstreuen Anglikanern ist Einheit in der Wahrheit, Einheit in Christus, geschenkt worden – ein Grund zur Dankbarkeit gegenüber dem HERRN der Kirche.

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Hoher Besuch aus Nordamerika

Traditionsverbundene Altkatholiken und Anglikaner feiern heiliges Abendmahl in Franken. Kommt bald ein konservatives Bonn Agreement?

Am Samstag, den 5. Oktober 2013, hat der Leitende Bischof der Polish National Catholic Church, Bischof Dr. Anthony Mikovsky, auf Einladung der Christ-Katholischen Kirche (Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche in Deutschland) eine öffentliche Eucharistiefeier in der Alten Kirche Wernfeld bei Karlstadt am Main zelebriert. Bischof Gerhard Meyer und zwei weitere Geistliche der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) haben daran teilgenommen. Im Anschluss fand eine ökumenische Begegnung statt, an der neben Bischof Dr. Mikovsky und den Vertretern der Reformierten Episkopalkirche auch Bischof Dr. Roald Flemestad von der Nordisch-Katholischen Kirche und Pfarrer Robert M. Nemkovich Jr. (Ökumenebeautragter der Polish National Catholic Church) beteiligt waren.

Die Polish National Catholic Church ist die weltweit größte altkatholische Kirche. Sie musste die Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen im Jahr 2003 verlassen, da sie deren Neuerungen in Glaube, Kirchenverfassung und Ethik (ein heterodoxer Offenbarungsbegriff, die Ordination von Frauen zum Priesteramt und die sakramentale Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften) nicht mittragen konnte und daher die Sakramentengemeinschaft verweigerte. Die Nordisch-Katholische Kirche ist aus dem hochkirchlichen Flügel der lutherischen Staatskirche Norwegens hervorgegangen, steht seit 2011 in Kirchengemeinschaft mit der Polish National Catholic Church (durch die Union von Scranton) und hat 2012 eine Administratur in Deutschland, eben die Christ-Katholische Kirche, eröffnet. Nach den Visitationen der Gemeinden der Nordisch-Katholischen Kirche wird Bischof Dr. Mikovsky auch die Free Church of England, die mit der Reformierten Episkopalkirche seit mehr als 130 Jahren in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft steht, besuchen.

Altkatholiken und Anglikaner teilen eine lange Geschichte ökumenischer Verbundenheit. Zwischen Utrechter Union und Anglikanischer Kirchengemeinschaft besteht eine Sakramentengemeinschaft seit der Bonner Übereinkunft von 1931, also aus der Zeit vor den gravierendsten Änderungen am Glauben, der ein für allemal den Heiligen überliefert worden ist (Judasbrief 3) in diesen beiden Konfessionsbünden. Theologisch konservative Anglikaner, zu denen unter anderen die Reformierte Episkopalkirche (mit Gemeinden in Nordamerika, Deutschland und Kroatien) und ihre englische Schwesterkirche zählen, erwägen eine analoge Übereinkunft mit traditionsverbundenen Altkatholiken, wie sie zuvörderst von der Polish National Catholic Church vertreten werden. Die Reformierte Episkopalkirche steht in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit den glaubenstreuen Kirchenprovinzen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, zu denen auch die — gemessen an der Zahl aktiver Mitglieder — größte Provinz der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, die Kirche von Nigeria, gehört.

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Nachfolger der Apostel: Die bischöfliche Sukzession

Das Bischofsamt ist ein mit einer besonderen Gabe des Heiligen Geistes (einem Amts-Charisma) verbundenes kirchliches Amt und wird seit neutestamentlicher Zeit unter Handauflegung und Gebet weitergegeben (2Tim 1,6). In der Begriffswahl des Neuen Testaments handelt es sich um das hohe Amt der (Nachfolger der) Apostel, zu denen neben dem Zwölferkreis um Jesus auch Matthias, Paulus, Barnabas, Timotheus und Titus gezählt werden müssen. Man mag hierin eine neutestamentliche Erfüllung des Lehramts des Mose sehen, das nach rabbinischer Tradition durch Handauflegung (hebr. s'michah) über Josua (Num 27,18ff.) hinaus viele Jahrhunderte lang weitergegeben worden ist; Mose selbst verheißt einen „Propheten wie mich” (Dtn 18,15), den Messias, Jesus von Nazareth.

Das apostolische Amt im Neuen Testament

Der heutige Begriff „Bischof” für das apostolische Amt ist zwar sehr geläufig, aber das Resultat christlicher Bescheidenheit und für uns heute ein wenig irreführend. Das Neue Testament verwendet nämlich (Apg 20,17.28; Tit 1,5.7) die Begriffe „Priester/Ältester” (griech. presbyteros) und Bischof/Aufseher (griech. episkopos) unterschiedslos, doch es grenzt die Apostel sehr deutlich von den zahlreicheren Priestern/Ältesten ab. Die Priester/Ältesten werden von den Aposteln unter Handauflegung und Gebet eingesetzt (Apg 14,23; Tit 1,5), nicht umgekehrt — obgleich bei der Weihe der Apostel durch Handauflegung und Gebet sich nicht nur Apostel, sondern auch die anwesenden Priester/Ältesten beteiligen (1Tim 4,14). Für eine Weihe zu einem Apostel(nachfolger) ist die Handauflegung mindestens eines Apostel(nachfolger)s unerlässlich, aber es sollen darüber hinaus möglichst viele Priester/Älteste teilnehmen, um den Heiligen Geist um Seine Gabe für den Weihekandidaten anzuflehen. In der für die frühe Kirche charakteristischen Demut bezeichneten sich die späteren Apostel(nachfolger) nur noch als Bischöfe, womit die begriffliche Abgrenzung von Priestern/Ältesten einerseits und Bischöfen als Apostelnachfolgern andererseits begann.

Im Folgenden wird — wie in der anglikanischen, orthodoxen, orientalisch-orthodoxen und römisch-katholischen Theologie üblich — unter „Bischof” ein Apostel(nachfolger) in diesem Sinne verstanden. Anglikanische, orthodoxe, orientalisch-orthodoxe und römisch-katholische Bischöfe stehen ebenso wie manche lutherische Bischöfe in der durch Handauflegung und Gebet vermittelten Nachfolge der Apostel. Die Abfolge der Bischofsweihen von der Zeit der Urkiche bis heute wird gemeinhin als apostolische Sukzession bezeichnet.

Das Bischofsamt der frühen Kirche

Das Bischofsamt wird von Bischöfen, die ihrerseits in apostolischer Sukzession stehen, gespendet. Spätestens seit dem Konzil von Nizäa (325) ist es üblich, dass mindestens drei Bischöfe aus der Umgebung bei einer Bischofsweihe beteiligt werden (can. 4; vgl. Const. Ap., lib. viii). Nach dem Vorbild Neuen Testaments (2Tim 1,6; 1Tim 4,14) erwartet man gläubig das Amts-Charisma, das Geschenk des Heiligen Geistes für den Weihekandidaten, als Antwort auf die von besonderen Gebeten begleitete Handauflegung der versammelten Bischöfe und Priester/Ältesten, welche als Hirten stellvertretend für die gesamte apostolische Kirche stehen.

Ignatius von Antiochien unterscheidet bereits im Jahr 100 zwischen Priestern/Ältesten einerseits und dem herausgehobenen Amt des Bischofs andererseits (Trall.). Und Irenäus von Lyon veröffentlicht schon im 2. Jahrhundert eine erste Sukzessions- bzw. Bischofsliste (Adv. haer., lib. iii). Ignatius von Antiochien und Irenäus von Lyon sehen im Bischofsamt das Realsymbol für die Einheit der Kirche durch Raum und Zeit, weshalb die Beteiligung eines Bischofs als Apostelnachfolger, aber auch die Beteiligung möglichst vieler anderer Bischöfe und Priester/Älteste so bedeutsam ist.

Das Bischofsamt heute

Die meisten heutigen Sukzessionslisten lassen sich bis ins 16. Jahrhundert hinauf zurückverfolgen, manche jedoch noch weiter. Dies gilt auch für die Sukzessionsliste unseres Bischofs Gerhard Meyer, der in der Nachfolge von Erzbischof John Moore (Canterbury), Erzbischof Gerardus Gul (Utrecht) und Erzbischof Johan Ekman (Uppsala) steht.

Nachfolger der Apostel zu sein ist eine hohe Berufung. Unzählige Bischöfe der frühen Kirche haben während der Christenverfolgungen des römischen Reichs ihr Amt mit dem Leben bezahlt. In der Nachfolge der Apostel zu stehen heißt insbesondere, auch heute mutig einzutreten für den Glauben, der ein für alle Mal den Heiligen überliefert worden ist (Jud 3).

Das Apostel- bzw. Bischofsamt selbst ist ein Geschenk Jesu Christi an Seine Kirche. Er hat sie nicht verwaist zurückgelassen, sondern ist in ihr im Heiligen Geist auf geheimnisvolle Weise gegenwärtig und schenkt – im Hinblick auf Sein sühnendes Leiden am Kreuz – Vergebung der Sünden, die von den Aposteln und ihren bischöflichen Nachfolgern vollmächtig zugesprochen wird (Joh 14,17f.; 20,22f.).

Lob sei Dir, Christus!

Sukzessionsliste von Bischof Gerhard Meyer (Reformierte Episkopalkirche in Deutschland)

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Links zu Ressourcen

Eine umfangreiche strukturierte Linksammlung anglikanischer Ressourcen findet sich bei AnglicansOnline. Die Gesellschaft von Erzbischof Justus unterhält eine hervorragende Materialsammlung, insbesondere zum Allgemeinen Gebetbuch (Book of Common Prayer) (mit zahlreichen Quellen zu Geschichte, elektronischen Ausgaben und Übersetzungen desselben).

Das Weltweite anglikanisch-theologische Institut (GATI) stellt Materialien für das theologische Selbststudium aus rechtgläubiger anglikanischer Perspektive bereit. Des Weiteren ist die Materialsammlung der Weltweiten Konferenz für anglikanische Zukunft (GAFCON) zu erwähnen. Die Gemeinschaft bekennender Anglikaner (FCA) hat ihre wichtigsten zeitgenössischen theologischen Grundsatzdokumente samt weiteren Materialien veröffentlicht. Die Gemeindegründungsbewegung Anglican1000 liefert Informationen, die insbesondere für die praktische Missions- und Gemeindegründungsarbeit von Nutzen sind.

Noten und Aufnahmen für ausgewählte Stücke aus der anglikanischen Kirchenmusik findet man beispielsweise in der Choral Public Domain Library (sowohl Messgesänge als auch Psalmengesang). Für den anglikanischen Psalmengesang (plainchant oder plainsong) ist ganz besonders der Index to Anglican Chants hervorzuheben.

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Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur anglikanischen Kirche

Wurde die anglikanische Kirche von Heinrich VIII. gegründet?
Ist jede anglikanische Kirche eine Staatskirche?
Was kennzeichnet anglikanischen Glauben und anglikanische Kirchenverfassung?
Was ist die anglikanische Lehre von der Heiligen Schrift?
Was ist die anglikanische Lehre von den altkirchlichen Bekenntnissen?
Was ist die anglikanische Lehre von den Sakramenten?
Was ist die anglikanische Lehre von der Kirchenverfassung?
Wie ist die Beziehung anglikanischer Kirchen zur Kirche von England?
Wie strukturiert sich die anglikanische Kirche in Deutschland?
Was bedeuten High Church und Low Church?
Und was für eine Botschaft hat die anglikanische Kirche?
Anglikanische Identität in wenigen Worten

Im Folgenden beziehen sich Verweise der Form „Art.” gefolgt von einer römischen Zahl auf die Neununddreißig Religionsartikel der Kirche von England von 1571. Schriftstellen werden nach den Loccumer Richtlinien zitiert.

Wurde die anglikanische Kirche von Heinrich VIII. gegründet?

Nein. Das Bestreben des berüchtigten Königs Heinrich VIII. (1491–1547), sich aus weltlichen Motiven von der römischen Kirche zu trennen, war nur der Anlass für die englische Reformation im 16. Jahrhundert. Tatsächlich hatten der damals amtierende Erzbischof von Canterbury und Primas von England, Thomas Cranmer (1489–1556), sowie weitere kirchenleitende Theologen bereits fast fünfzehn Jahre lang Martin Luthers reformatorische Schriften studiert, als es zum Bruch der englischen Kirche mit Rom und der nachfolgenden Reformation kam. Zu Lebzeiten von Heinrich VIII. erfolgte diese eher zaghaft, hingegen unter seinem Sohn und Nachfolger Eduard VI. (1537–1553) deutlich entschiedener — abermals unter der theologischen Ägide von Erzbischof Cranmer. Thomas Cranmer bezahlte für seine reformatorischen Überzeugungen während der kurzen römisch-katholischen Restauration unter Königin Maria  I. (1516–1558) mit dem Leben: er wurde in Oxford auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Ferner war die englische Kirche auch vor der Reformation nicht einfach irgendeine Provinz der lateinischen Kirche. Vielmehr ist anzunehmen, dass die britische Kirche aus gallischer Missionstätigkeit, die wiederum maßgeblich von der ephesinischen Gemeinde und damit überwiegend griechisch geprägt war, herkommt. Die keltische Kirche war zeitweise enger mit Byzanz als mit Rom verbunden (obgleich Rom durch die Sendung des hl. Augustin von Canterbury eine bedeutende Rolle bei der Bekehrung der Angelsachsen spielte). Ferner gab es mit dem Oxforder Theologen John Wyclif (vor 1330–1384), dem Vorbild des tschechichen Reformators Jan Hus (ca. 1369–1415) einen wirkmächtigen Wegbereiter der Reformation bereits anderthalb Jahrhunderte vor Martin Luthers Wittenberger Thesenanschlag (1517).
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Ist jede anglikanische Kirche eine Staatskirche?

Nein. Die Kirche von England ist zwar bis zum heutigen Tag Staatskirche. Dies gilt jedoch für fast alle anderen anglikanischen Kirchenprovinzen nicht. Insbesondere hat die Reformierte Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) kein weltliches Oberhaupt.
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Was kennzeichnet anglikanischen Glauben und anglikanische Kirchenverfassung?

Die Kernpunkte anglikanischen Glaubens und anglikanischer Kirchenverfassung werden pointiert durch das Chicago–Lambeth-Viereck zusammengefasst:

  1. Die Heilige Schrift ist das geschriebene Wort Gottes und enthält alles, was zum Heil notwendig ist.
  2. Der christliche Glaube wird in den drei altkirchlichen Bekenntnissen zusammengefasst.
  3. Es gibt nur zwei Sakramente, die unmittelbar von Christus eingesetzt und im Allgemeinen zum Heil notwendig sind: Taufe und Abendmahl.
  4. Die Verfassung der Kirche soll jener der Alten Kirche mit den drei Ämtern von Bischof, Priester/Pfarrer (griech. presbyteros) und Diakon folgen.
Die Grenzen anglikanischer Theologie werden durch das Bekenntnis (die Neununddreißig Religionsartikel) und die im Allgemeinen Gebetbuch (Book of Common Prayer) vorgeschriebenen Litugien definiert.
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Was ist die anglikanische Lehre von der Heiligen Schrift?

Die Heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments sind das vom Heiligen Geist inspirierte (2Tim 3,16, 2Petr 1,21) — und, wie seit der Aufklärung hinzugefügt werden muss, deshalb auch unfehlbare – Wort des Lebendigen Gottes. Sie enthalten alles, was zum Heil notwendig ist (vgl. Art. VI). Die Kirche hat keine Vollmacht, etwas ihnen zuwider anzuordnen (vgl. Art. XX–XXI, XXXIV). Eine authentische mündliche Überlieferung der apostolischen Kirche ist nur in wenigen Fällen (Kanon des Neuen Testaments; regula fidei als Vorform des Apostolischen Glaubensbekenntnisses; Bischofsamt in apostolischer Sukzession; grundlegende Struktur des christlichen Gottesdiensts) rekonstruierbar, in diesen aber anzunehmen (2Thess 2,15). Das Alte Testament ist im Lichte der Offenbarung von JESUS CHRISTUS auszulegen (Apg 7), ohne dass es hierdurch obsolet würde (Mt 5,17ff; vgl. Art. VII).
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Was ist die anglikanische Lehre von den altkirchlichen Bekenntnissen?

Der Kern des in den Heiligen Schriften enthaltenen Glaubens ist in den Bekenntnissen der Alten Kirche – welche sind: das Nicaeno-Constantinopolitanum, das Apostolicum und das so genannte Athanasianum — zusammengefasst worden (vgl. Art. VIII). Demnach ist Gott personal, bestehend aus drei Hypostasen (lat. personae), nämlich: Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist (vgl. Mt 28,19, 2Kor 13,14; vgl. Art. I). Gott der Sohn, die zweite Hypostase der Heiligen Dreifaltigkeit, hat zu unserem Heil Fleisch angenommen von der Jungfrau Maria und hat als Mensch Jesus von Nazareth gelitten, ist um unserer Sünden willen den Kreuzestod gestorben und wurde um unserer Rechtfertigung willen auferweckt (Art. II–IV). Jesus Christus, der Gott-Mensch, hat zwei Naturen, eine göttliche und eine menschliche. Die beiden Naturen sind aber weder vermischt noch (!) lassen sie sich voneinander scheiden (Dogma von Ephesus–Chalcedon 431/451; vgl. Art. II).
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Was ist die anglikanische Lehre von den Sakramenten?

Der vom Heiligen Geist bewirkte Glaube an Jesus Christus als Herrn und Erlöser führt zur Seligkeit, welche ist die Vergebung der Sünden und damit die Versöhnung mit dem Allmächtigen Gott (2Kor 5,19). Der echte Glaube bringt im Laufe der Zeit Frucht in Form guter Werke (Tit 3,14; vgl. Art. IX–XII, XVII–XVIII, XXXI) und zeigt sich nicht zuletzt im Empfang der Sakramente, von denen zwei, nämlich die vom HErrn unmittelbar im Evangelium eingesetzten: Heilige Taufe und Heiliges Abendmahl, im Allgemeinen zum Heil notwendig sind (Joh 3,5, Joh 6,53ff, Mk 16,16; vgl. Art. XXV). Die Sakramente sind wirksame Zeichen der Gnade (vgl. Art. XXV), ihre Wirksamkeit hängt nicht von der persönlichen Heiligkeit des Spenders ab (Art. XXVI).

Christus ist im Sakrament der Eucharistie gegenwärtig (Lk 22,19f, 1Kor 11,23ff) und wird von den Gläubigen in den Elementen von Brot und Wein geistlich verzehrt; die Art dieser Gegenwart des HErrn bleibt ein heiliges Geheimnis (griech. mysterion, lat. sacramentum) und entzieht sich philosophischen Spekulationen (Art. XXVIII). Selbst wenn die Wirksamkeit des Sakraments kaum an dem Empfang unter beiderlei Gestalt (Brot und Wein) hängt und der Empfang des Brotes wohl hinreichend wäre (Konkomitanz), ist den Laien der Abendmahlskelch nicht zu verweigern (Art. XXX).

Die Taufe bleibt das Bad der Wiedergeburt (Joh 3,5, Tit 3,5) und besiegelt die Annahme an Kindes statt (Gal 4,5ff; vgl. Art. XXVII), den Beginn eines neuen Lebens (2Kor 5,17) in Gemeinschaft mit Gott. Auch Kindern ist die Taufe nicht zu verweigern (Mk 10,13–15; vgl. Art. XXVII).

Auch Eheschließung, Ordination/Priesterweihe, Krankensalbung, Beichte und Konfirmation/Firmung wurzeln bereits im Neuen Testament — und verdienen entsprechende theologische Würdigung. Gleichwohl spielen sie keine so herausragende Rolle im Heilsgeschehen wie Taufe und Abendmahl/Eucharistie und können daher nur mit Einschränkung als Sakrament bezeichnet werden (vgl. Art. XXV).
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Was ist die anglikanische Lehre von der Kirchenverfassung?

Der HErr der Kirche, Jesus Christus, hat die Apostel mit mannigfaltiger Vollmacht versehen, insbesondere im Hinblick auf die Verwaltung der Sakramente, welche sichtbare Worte Gottes und wirksame (!) Zeichen sind (Joh 6,56, Apg 2,38; vgl. Art. XXV). Auf die apostolische Kirche gründet sich das kirchliche Amt bestehend aus Bischöfen, Priestern/Pfarrern (griech. presbyteroi) und Diakonen. Das Bischofsamt entspricht dem Apostelamt des Neuen Testaments (neben den Elf: Matthias, Paulus, Barnabas, Timotheus, Titus); es wird seit apostolischer Zeit durch Handauflegung weitergegeben (2Tim 1,6; vgl. Art. XXXVI), und diese apostolische Sukzession verbürgt die Kontinuität der einen, heiligen, allgemeinen (lat. catholica) und apostolischen Kirche durch die Zeiten hindurch. Obgleich das Charisma der Ehelosigkeit für den geistlichen Dienst einen hohen Wert besitzt (1Kor 7,7.32), gefällt es dem Heiligen Geist zuweilen, Menschen ohne diese Gabe zum geistlichen Amt zu berufen. Deshalb kann von den Geistlichen die Ehelosigkeit nicht verlangt werden (vgl. Art. XXXII).

Obgleich eine Frau, nämlich die selige Jungfrau Maria, das fleischgewordene Wort Gottes, Jesus Christus, als Erste empfangen hat und zum engsten Kreis der Urkirche gehörte (Apg 1,14), und obwohl die Jüngerinnen Jesu Ihm wichtige praktische Dienste geleistet haben (Lk 8,2f), hat Er nur Männer zu Aposteln eingesetzt (Mt 10,1–4 par) — und hieran hat sich die Kirche von Anfang gehalten (Apg 1,21ff). Auch verbietet der Apostel Paulus Frauen das Lehramt mit großer Vehemenz und unter Berufung auf eine Schöpfungsordnung (1Kor 11,33ff, 1Tim 2,12ff). Die Kirche erkennt den Dienst der Priester-Ehefrauen (griech. presbyterai) und Diakonissen sowie die prophetische Gabe vieler Frauen in Dankbarkeit gegenüber dem Geber dieser Dienstgaben (griech. charismata) an. Sie hat jedoch keine Vollmacht, Frauen in die Nachfolge der Apostel oder das ordentliche Lehramt der Kirche zu berufen. Die Apostel haben von Jesus Christus verbindliche Zusagen über ihre Vollmacht erhalten, auf denen die apostolische Kirche gründet (Mt 18,18, Joh 20,21ff). Gleichwohl hat es dem Heiligen Geist immer wieder gefallen, auch in Gemeinschaften außerhalb der apostolischen Kirche Menschen zum rettenden Glauben an das heilige Evangelium zu führen.
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Wie ist die Beziehung anglikanischer Kirchen zur Kirche von England?

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war man anglikanisch, wenn man in Kirchengemeinschaft mit dem Erzbischof von Canterbury stand. Dies ist heute anders: Angefangen vom oberflächlichen Ritualismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis hin zur fehlgeleiteten Innovationslust unserer Zeit (seit den 1970er Jahren) hat es immer stärker werdende Strömungen innerhalb der anglikanischen Kirche gegeben, die den überlieferten Glauben (Jud 3) verändern möchten. Der anglikanische Glaube wird heute nicht mehr überall in der anglikanischen Kirchengemeinschaft treu bezeugt. Eine falschverstandene Toleranz gegenüber Irrlehren sowie eine Verwechslung von geistlicher Erneuerung und Verformung des überlieferten Glaubensguts sind dafür verantwortlich. Vor allem in Nordamerika haben sich daher viele Gemeinden und ganze Bistümer von den dortigen Kirchenprovinzen getrennt und eine neue orthodoxe Kirchenprovinz, die Anglican Church in North America gegründet, welcher auch die Missionsarbeit der Reformierten Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) letztlich untersteht. Global betrachtet gibt es in der anglikanischen Kirchengemeinschaft keine uneingeschränkte Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mehr, sondern zwei Flügel: einen modernistischen und einen rechtgläubigen. Die überwiegende Mehrheit der anglikanischen Kirchenprovinzen (nach Mitgliedern gewichtet) weltweit gehört wie auch die Reformierte Episkopalkirche (Anglikanische Mission in Deutschland) zu Letzterem und erkennt sich gegenseitig an. Leider ist die Kirche von England, immerhin unsere eigentliche Mutterkirche, derzeit überwiegend modernistisch ausgerichtet, weshalb wir mit ihr auch keine uneingenschränkte Kirchengemeinschaft unterhalten können. Unsere Amtshandlungen einschließlich Ordinationen und Konsekrationen werden von der Kirche von England als gültig anerkannt.
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Wie strukturiert sich die anglikanische Kirche in Deutschland?

Im deutschsprachigen Raum wirken drei verschiedene anglikanische Jurisdiktionen: die kontinentaleuropäische Diözese der Kirche von England sowie die Episkopalkirche (progressiv), welche ausschließlich englischsprachige Gottesdienste anbieten, und drittens die Reformierte Episkopalkirche als rechtgläubige (griech. orthodoxa) Missionsdiözese, welche fast ausschließlich deutschsprachige Gottesdienste feiert.
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Was bedeuten High Church und Low Church?

Die anglikanische Kirche versteht sich als sowohl katholisch (nämlich in Kontinuität mit der ungeteilten Kirche stehend) als auch reformiert (nämlich die Wiederentdeckung des Apostels Paulus von Tarsus und des Kirchenvaters Augustin von Hippo durch die Reformatoren beherzigend). In der anglikanischen Kirche gab es von Anfang an zentrifugale Kräfte, welche eines dieser beiden Attribute zulasten des anderen in den Vordergrund stellten. Einseitig katholisierend ist die High Church, einseitig reformatorisch die Low Church. Die Auseinandersetzung nahm gewaltsame Formen in der Auseinandersetzung zwischen dem (hochkirchlichen und arminianischen) Erzbischof William Laud (1573–1645) und den (calvinistischen) Puritanern am Vorabend der Herrschaft von Oliver Cromwell im 17. Jahrhundert an. Im 19. Jahrhundert eskalierte der Konflikt zwischen einem Teil der hochkirchlichen „Traktarianern” der so genannten Oxford-Bewegung um John Henry Newman (1891–1890) und evangelikalen Anglikanern. Damals war es aber vor allem die Tendenz einzelner Anglokatholiken, das Wort Gottes in der Heiligen Schrift gegenüber dem sakramentalen Handeln der Kirche allzu geringzuschätzen (Ritualismus), welche die evangelikale Low Church aufbrachte. Heute verbindet rechtgläubige Anglokatholiken und Evangelikale weit mehr als sie trennt. Insbesondere ist man vereint in der Abwehr modernistischer Tendenzen in beiden Lagern (Affirming Catholics; Open Evangelicals). Der Riss in der gesamten Christenheit verläuft heute innerhalb fast aller Konfessionen zwischen Rechtgläubigen (oft als Konservative oder „Traditionalisten” medial verschrien) und Modernisten. Zum konservativen Flügel der anglikanischen Kirchengemeinschaft zählen nicht nur Millionen evangelikaler Anglikaner, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, sondern auch sehr viele Anglokatholiken.
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Und was für eine Botschaft hat die anglikanische Kirche?

Die Botschaft, die der Kirche Christi — einschließlich ihres anglikanischen Zweigs — zuvörderst anvertraut worden ist, ist das Evangelium. „Evangelium” (griech. euaggelion) heißt „gute Nachricht” auf griechisch, der Weltsprache zur Zeit des Neuen Testaments (und der frühen Kirche). Die gute Nachricht für uns Menschen ist die Versöhnung mit Gott. Der Apostel Paulus fasst sie an einer zentralen Stelle des Neuen Testaments in der Tat in einem einzigen Satz zusammen:

Gott war in Christus, versöhnte die Welt mit sich selbst, rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat bei uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.” (2Kor 5,19)

Anhand dieses Verses lässt sich das Evangelium wie folgt erläutern:

Gott war in Christus”: Der allmächtige Gott und Schöpfer der Welt ist in die Geschichte der Menschen eingetreten — durch Jesus von Nazareth, Gottes einzigartigen Gesandten (griech. Christos, Messias, hebr. Maschiach). Die Wunder Jesu, insbesondere Seine Auferstehung von den Toten, beweisen, dass er mehr war als ein Prophet — wie Er auch selbst gesagt hat (Joh 10,30) —, nämlich Gottes einzig geborener (griech. monogenes) Sohn. Er ist wesensgleich mit dem Vater (Joh 10,30), ganz so wie auch der Heilige Geist (Joh 4,24). Gott ist folglich dreifaltig, bestehend aus drei Personen in vollkommener Eintracht und Einheit — Gott der Vater, Gott der Sohn, Gott der Heilige Geist. Gott der Sohn ist in der historischen Peson Jesus von Nazareth Mensch geworden: Jesus war wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich. (Vgl. die altkirchlichen Bekenntnisse Nicaeno-Constantinopolitanum und Athanasianum.)

Gott versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu”: Kein Mensch ist ethisch vollkommen; vielmehr hat jeder von uns eine Neigung zur Selbstsucht und zum Bösen: Keiner von uns liebt Gott wirklich in jedem Augenblick seines Lebens von ganzem Herzen, noch seinen Nächsten wie sich selbst — doch dies ist das gute Gebot Gottes (Mk 12,30f). Nun ist Gott sowohl heilig als auch vollkommen gerecht. Die faktische Ablehnung von Gottes guten Geboten trennt uns daher von Ihm, und wir müssen Sein Gericht zu Lebzeiten ebenso wie nach unserem Tod fürchten. In Jesus Christus aber hat Gott höchstselbst die Strafe, die Er als gerechter Richter eigentlich über uns aufgrund unserer vielen Verfehlungen hätte verhängen müssen, auf Sich genommen (1Petr 2,24, Jes 53,5f). Hierin liegt der Kern des Evangeliums: Man kann dieses Geschenk Gottes nämlich im Glauben annehmen, indem man Jesus als Sohn Gottes in das eigene Leben aufnimmt — indem ich die Übertretung von Gottes Geboten bereue, zu Jesus als Sohn Gottes bete, Sein stellvertretendes sühnendes Opfer dankend annehme und mein weiteres Leben Seiner Führung anvertraue, werde ich mit Gott dem Vater versöhnt und bin auf dem Weg, ein Gotteskind zu werden (Joh 1,12).

Gott hat bei uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung”: Die Gotteskindschaft wird besiegelt, wenn zu der Abkehr vom lieblosen früheren Leben und dem Glauben an Jesus als Gottes Sohn noch die sichtbare Eingliederung in die Kirche, gewissermaßen Gottes Familie oder Hausgemeinschaft (Eph 2,19, 1Tim 3,15), tritt. Dies geschieht durch die von Christus angeordnete kirchliche Handlung (Sakrament) der Taufe, auf welche die Firmung entweder direkt im Anschluss oder nach gründlicherer Unterweisung im Glauben folgt (Mt 28,19f). Durch die Umkehr vom früheren Lebenswandel ohne Gott, die Hinwendung zu Ihm in Christus und das Doppelsakrament der Taufe/Firmung, empfängt jeder gl&aubige Christ die Gabe des Heiligen Geistes (Apg 2,38, Apg 8,16f), welcher den Prozess der Umkehr und des Bekenntnisses zu Christus überhaupt erst angestoßen hat und daher in gewissem Maße schon vorher gewirkt (1Joh 4,2, Phil 2,13). Die Gabe des Heiligen Geistes besteht sowohl in einem inneren Antrieb zum Halten der guten Gebote Gottes, als auch in einem neuen Bewusstsein für die liebevolle Vater-Kind-Beziehung zu Gott (Röm 8,14). Der Heilige Geist bringt gläbige Christen dazu, sich in aufopferungsvoller Liebe gegenüber Gott und den Mitmenschen, insbesondere anderen Jüngern Jesu, zu üben (Joh 14,23.26, Joh 15,10.12, Mt 22,36ff). Dadurch entsteht eine mit Gott und miteinander versöhnte Gemeinschaft von Jüngern Jesu, die Kirche Christi — auch wenn sie auf Erden immer unvollkommen sein wird. Ihr Amt und Auftrag ist, in Wort und Tat zur Versöhnung mit Gott einzuladen und die Versöhnung und Liebe untereinander praktisch zu leben. Ausdruck dieses versöhnten Lebens sind Gottesdienst, Unterweisung in der Lehre Christi, Anteilnahme am Leben der Mitchristen und an den Nöten der Welt sowie nicht zuletzt die Einladung, an diesem versöhnten Leben teilzuhaben (Mt 28,19f, 2Kor 5,20, Apg 2,42).

Jesus Christus spricht:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.” (Joh 14,6)
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Anglikanische Identität in wenigen Worten

  • In Anlehnung an die Verfassung und Kanones der Anglikanischen Kirche in Nordamerika (ACNA) zeichnet sich anglikanische Identität aus durch
    1. das Bekenntnis zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, welche alle heilsnotwendige Lehre enthält und absolute, in ihrer Gesamtheit unabänderliche Norm christlicher Lehre und christlichen Lebens ist,
    2. das Bekenntnis zu den beiden Sakramenten Taufe und Abendmahl als im Allgemeinen zum Heil notwendig,
    3. das Bekenntnis zum historischen Bischofsamt in der Nachfolge der Apostel,
    4. das Bekenntnis zu den drei Symbolen (Apostolisches, Nizäno-Konstantinopolitanisches und Athanasisches Glaubensbekenntnis) der Ungeteilten Kirche als Zusammenfassungen biblischer Lehre,
    5. die Anerkennung der dogmatischen Entscheidungen der ersten vier Ökumenischen Konzilien,
    6. das Festhalten am Allgemeinen Gebetbuch einschließlich des Ordinale als Norm für anglikanische Liturgie, Lehre und Kirchenzucht,
    7. das Bekenntnis zu den Neununddreißig Religionsartikeln nicht nur als kontroverstheologische Antworten auf die Fragen ihrer Zeit, sondern auch als Ausdruck fundamentaler Grundsätze anglikanischen Glaubens.
    Hierbei ist mit dem Allgemeinen Gebetbuch (engl. Book of Common Prayer) die Agende der Kirche von England aus dem Jahre 1662 gemeint; mit dem Ordinale das darin enthaltene Ordinations- bzw. Konsekrationsformular (Weiheordnung) für Bischöfe, Priester/Presbyter und Diakone und mit den Neununddreißig Religionsartikeln das Bekenntnis der Kirche von England aus den Jahren 1562 (Latein) und 1571 (Englisch).
  • Eine kürzere Definition lieferte der englische Theologe und Bischof Lancelot Andrewes (1555–1626). Ihmzufolge ist anglikanische Identität einfach das Festhalten an:
    • einer Heiligen Schrift,
    • bestehend aus zwei Testamenten,
    • zusammengefasst in drei altkirchlichen Bekenntnissen,
    • ausgelegt durch vier Ökumenische Konzilien
    • und fünf Jahrhunderte früher Kirchenväter.

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